Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

SM88

Eine junge Frau, ungefähr 29 Jahre alt, kam zu mir in eine Heilsitzung.
Nennen wir sie hier einmal Julia.
Julia berichtete mir, dass sie unter starken Zwängen und Ängsten litt und das schon seit vielen Jahren. Sie erzählte mir weiter, dass sie, bevor sie schlafen ging, erst einige Rituale durchlaufen musste, bevor sie ins Bett gehen konnte. Sie schaute in jede Ecke ihres Zimmers, unter das Bett, in den Schrank und sie durchsuchte auch die anderen Räume. Erst wenn sie ganz sicher war, dass sich niemand dort versteckt hatte, traute sie sich ins Bett zu gehen.
Aber selbst, wenn sie nun wusste, dass wirklich niemand in ihren Räumlichkeiten versteckt war überfiel sie eine starke Angst. Manchmal steigerte es sich sogar zu richtigen Panikattacken und sie zitterte völlig eingeschüchtert unter ihrer Decke. An Schlaf war kaum zu denken. Irgendwann schlief sie dann endlich ein, aber der Stress vor jedem Einschlafen hinterließ tiefe seelische Spuren.

Bald entwickelte Julia Vermeidungsstrategien, um eine ruhige Nacht zu bekommen . Eine davon war zum Beispiel, dass sie sehr lange damit verbrachte ihre Zähne zu reinigen, damit sie das zu Bett gehen verzögerte. Eine andere Methode war, dass sie versuchte immer öfter bei Freunden zu übernachten oder einige ihrer Freunde übernachteten bei ihr zu Hause. Ihre dritte Strategie war, dass sie sehr an ihrem Freund klammerte und so oft wie nur möglich versuchte, mit ihm zusammen zu sein. Was die Beziehung mittlerweile schon belastete.

Aber immer klappte das natürlich auch nicht und sie musste auch mal allein schlafen. Julia versuchte eine Psychotherapie, aber in der Gesprächstherapie fand sie keine Erleichterung.

Sie hörte über einen Freund von mir und in ihrer Not wendete sie sich nun an mich. Einen Geistheiler. Normalerweise würde sie nicht zu so jemanden wie mir gehen, berichtete Julia weiter, aber weil ihr der Bekannte so viel Gutes über meine Arbeit berichtete, wollte sie es einfach mal ausprobieren. Ich lächelte, denn mir war klar, dass viele Leute Vorurteile Heilern gegenüber haben und oft erst in ihrer Not nach dem letzten Strohhalm greifen. Ich nahm es aber nicht persönlich, denn ich konnte es nur allzu gut nachvollziehen; es gab mal eine Zeit, wo auch ich geistiges Heilen als völligen Blödsinn abgetan habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich fragte Julia, was dann Schlimmes passieren könnte, wenn sie vor dem Schlafen gehen nicht alles durchsuchen würde und wann sie denn zum allersten Mal diese Ängste verspürt hatte.

Sie antwortete, dass dort jemand sein könnte, der ihr etwas Schlimmes antun wollte. Vielleicht so etwas wie der schwarze Mann. Wann genau es angefangen hatte konnte sie mir nicht sagen, aber es muss so Anfang der Pubertät begonnen haben.

Da Ängste solcher Art nicht einfach aus dem Nichts erscheinen und immer eine Ursache haben, fragte ich weiter, ob sie als Kind eventuell etwas Schlimmes erlebt hätte?

„Ja“, sagte sie, „da war mal etwas, was mich bis heute nicht so richtig loslässt.“ Dann berichtete Julia mir weiter, dass sie als junges Mädchen mit einer Schulkameradin auf dem Weg nach Hause war und sie plötzlich von einem Jugendlichen von hinten mit einem Fahrrad geschnitten wurde. Der junge Mann wendete, fuhr zurück und schubste Julia in ein Gebüsch, dann stürzte er sich auf sie und begrapschte sie.

Die Schulkameradin floh und rief laut um Hilfe. Julia wehrte sich heftig und der Junge ließ von ihr ab und flüchtete auf dem Fahrrad. Julia konnte sich gut an den Vorfall erinnern und berichtete weiter, dass ihre Mutter kam und die Polizei informiert wurde. Der Junge wurde aber nie ermittelt und das Leben ging normal weiter. Den Jungen hat sie nie wieder gesehen.

Ich fragte Julia, ob ihre Mutter oder ihre Eltern denn über den Vorfall mit ihr gesprochen hätten und sie sagte, dass das Ganze nicht aufgebauscht werden sollte und niemand mit ihr darüber gesprochen hätte.

Ich zählte eins und eins zusammen und ich verstand nun, warum Julia so viele Jahre später unter solchen Ängsten und Zwangshandlungen litt.

Wir begangen mit der Heilung und ich stellte mich neben Julia, um sie in mein Energiefeld aufzunehmen. Gleichzeitig sprach ich einige Worte, um ihr Bewusstsein herunterzufahren, damit ihr Unterbewusstsein die Regie übernehmen konnte. Wenig später erlebte Julia den Vorfall noch einmal, diesmal aber in einen geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit, sich von dem damals erlebten Schock selbst zu befreien.

Julias Körper bewegte sich hin und her und einige Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich fragte sie, was sie wahrnehmen würde und sie berichtete, dass sich die ganze Szene nochmal in ihrem Geiste abspielen würde. Sie berichtete den Vorfall nun detaillierter und ich munterte sie dabei auf, den ganzen Schock nun gehen zu lassen. (dazu arbeite mit einer bestimmten Technik, die ich hier jetzt nicht im Detail darstellen werde. Ich biete aber Seminare an, wo man diese spezielle Arbeit erlernen kann)

Julias Körper bog und schüttelt sich und sie weinte jetzt sehr stark. Ein Zeichen dafür, dass sich der Schock löste. Das Trauma schüttelte sich förmlich aus Julias Körper. Ich begleitete und unterstützte Julia dabei mit sanften Worten bis die erste Woge des Schocks vorüber war. Eine zweite folgte, diese aber nicht mehr so stark wie die erste und auch hier wartete ich einfach ab, bis es vorüber war. Dann huschte ein Lächeln über Julias Gesicht und ihr Körper stabilisierte und beruhigt sich.

Ich fragte Julia wie es ihr jetzt ginge. „Viel besser. Ich bin richtig erleichtert“, war ihre Antwort. Anschließend gab ich Julia die Möglichkeit, ihren Frieden mit diesem Täter zu machen und ihm auf der mentalen Ebene all den Schmerz, der ihr von ihm zugefügt wurde zurück zu geben. Dadurch löste Julia alle Schuldgefühle und Ängste auf, die sie so lange Jahre seit diesem Vorfall mit sich herum getragen hatte. Mental nahm sie zum Schluss noch die kleine Julia in ihre Arme und nahm sie mit in ihrem Herzen, aus der Vergangenheit, hierher ins Jetzt. In die Gegenwart.

Wir beendeten die Heilung und besprachen das grade Erlebte. Ich erklärte Julia, dass sie durch diesen Vorfall ein Trauma erlitten hatte. Dadurch, dass sie damals den Schock nicht ausschütteln konnte und auch keinen Ansprechpartner hatte, also darüber nicht reden konnte, hat sich der erlittene Schock in ihrem Unterbewussten festgesetzt.

Sobald die Pubertät einsetzt, kann so ein verborgenes Trauma reaktiviert werden, das zunächst durch eine Schutzfunktion ins Unbewusste verdrängt wurde, um die akute Situation heil überstehen zu können. Ganz genau so, wie es in ihrem Fall passiert war. Julias Unterbewusstes sendete dann diese Ängste, die eigentlich aus der Vergangenheit stammten, da das Unterbewusste keine Zeiten kennt. Für das Unbewusste ist alles JETZT. Es handelte sich also nicht um reale Ängste, sondern das Unterbewusste erinnerte praktisch an bereits stattgefundene Ängste aus der Vergangenheit. Als würde das Unterbewusste sagen wollen: „ Pass auf, das darf dir nicht nochmal passieren! Sei auf der Hut!“ Ich erklärte Julia weiter, dass sie ähnliche Symptome produzierte, die der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sehr nahe kommen. Ein traumatisierter Kriegsveteran sieht auch oft hinter jedem Busch einen Gegner, obwohl sein letzter Kampfeinsatz schon viele Jahre her ist und er schon längst wieder in seinem Heimatland zurückgekehrt ist. Auch hier ist das Unterbewusste des ehemaligen Soldaten immer noch in der Vergangenheit gefangen und sendet die falschen Gefühle aus, damit sich solch ein Vorfall (z.B. ein Angriff von feindlichen Soldaten aus dem Hinterhalt) nicht wiederholen kann.

Julias Symptome traten interessanterweise meist erst vor dem Schlafen gehen auf. Der damalige Überfall geschah aber am helllichten Tag auf der Straße.

Ich kann mir das nur so erklären:

Im Schlaf / Schlafzimmer fühlen wir uns in der Regel geborgen, aber auch verletzlicher als tagsüber im Alltag. Hier sind wir seelisch völlig „nackt“ und angreifbar. Als Kinder sind wir auch relativ hilflos, wenn wir angegriffen werden. Vielleicht war das der Grund dafür, warum die Probleme immer dann auftraten, wenn Julia schlafen gehen wollte.

In der Heilsitzung konnte Julia diese alte Traumatisierung nun in einem geschützten Rahmen aus ihrem Unterbewussten lösen und sich durch meine Unterstützung selbst davon befreien / heilen.

Ich bat Julia, mich eine Woche später anzurufen um mir zu berichten, wie es ihr ergangen war. Als sie sich meldete, merkte ich schon an ihrer Stimme, dass alles in Ordnung war. „ Ich bin überglücklich, Marco. Ich habe keine Angst mehr und schlafe wie ein Baby sofort ein. Obwohl ich allein bin. Ich muss keine Rituale mehr durchlaufen oder zuerst meine Wohnung nach dem vermeintlichen schwarzen Mann durchsuchen. Das ist so ein großartiges Gefühl für mich, endlich frei leben zu können. Vielen lieben Dank!“

Bis heute ist Julia angstfrei.

Copyright by Marco Hennings Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg

Einfach Zwanghaft…

„Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose.“
( Quelle Wikipedia )

In einer meiner Heilsitzungen traf ich auf eine Dame mittleren Alters.
Nennen wir sie Hilde. Hilde berichtete mir, dass sie unter einem enormen Druck leide, ausgelöst durch eine Zwangsstörung.
Hilde konnte ihre Wohnung nicht verlassen bevor sie nicht absolut sicher war, dass sie wirklich alles pikobello aufgeräumt hatte und alles wirklich sauber war. Also ein klassischer Putzzwang. Nun war es sogar schon soweit gekommen, dass sie immer öfter deswegen zu spät zur Arbeit kam und ihr Arbeitgeber ihr mit Konsequenzen drohte. Eine Abmahnung hatte sie bereits erhalten und obwohl sie alles versuchte um die Wohnung rechtzeitig zu verlassen um pünktlich auf der Arbeit zu erscheinen, gelang es ihr nicht.

Ich stellte mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen, damit Hilde herausfinden konnte, was die wirkliche Ursache für ihr Leiden war. Nach einiger Zeit kamen die ersten Bilder aus ihrem Unterbewussten an die Oberfläche ihres Bewusstseins. Sie fing an zu lachen und sah sich im Alter von vier oder fünf Jahren zusammen mit ihren Zwillingsbruder in ihrem gemeinsamen Zimmer spielen. Die beiden hatten einen heiden Spaß und spielten ausgelassen in einem Schlachtfeld aus Spielzeug das vorher noch ihr Kinderzimmer gewesen war.

Als sich die beide grade eine herzhafte Kissenschlacht lieferten, kam die Großmutter herein, die auf die beiden aufpasste, da ihre Mutter auf der Arbeit war, und sah das Chaos. Sie fing sofort an zu schimpfen und schalt die Kinder auf der Stelle mit dem Blödsinn aufzuhören. Völlig erschrocken hörten die beiden sofort auf und standen wie angewurzelt vor ihrer schimpfenden Omi. Als ich Hilde fragte, was als nächstes passierte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie berichtete dass ihre Oma ihren Bruder auf den Arm nahm und nur ihr die alleinige Schuld für das ganze Touwaboo gab.

Ich fragte Hilde, wie sie sich dabei fühlte. Sie erwiderte, dass sie sich ganz schrecklich fühlte. Obwohl sie alle beide daran beteiligt waren, bekam nur sie die Schuld dafür. Das war ungerecht und sie wollte auch den Raum mit ihrer Oma und ihrem Bruder verlassen. „Großmutter hatte meinen Bruder schon immer bevorzugt,“ sagte sie. „Was passiert als nächstes“, fragte ich Hilde. „Meine Oma sagt mir, dass ich den Raum erst verlassen dürfe, wenn ich den Raum vollkommen aufgeräumt habe. Dann geht sie mit meinem Bruder hinaus und schließt die Tür und ich bin allein. Ich bin total traurig und weine vor mich hin. Aber sie kommen nicht zurück und ich räume auf so gut ich das halt kann, aber Omi kommt nicht wieder zurück.

„Wieso nicht?“ hackte ich nach. „Meine Mutter ist gekommen und Großmutter ist wohl dann direkt nach Hause gegangen. Dann kommt meine Mutter und öffnet die Tür, begrüßt mich und holt mich zum Essen.“

Nachdem wir die Heilsitzung beendet hatten, fragte ich Hilde wie sie sich jetzt fühle. Sie lächelte und sagte: „Ich verstehe jetzt warum ich diesen Putzzwang habe,“ antwortete sie.
„Jetzt ist mir alles klar geworden. Ich warte heute noch darauf, dass meine Großmutter mich aus dem Zimmer holt!“ „Genau“, antworte ich. Du hast damals ein kleines Trauma erlitten. Manchmal kann das bei Kindern schon durch eine Kleinigkeit verursacht werden.“
Ein Trauma entsteht durch einen Schock der nicht aufgelöst werden konnte, wie ich an andere Stelle dieses Blogs schon einmal erwähnt habe. Kommen zu solch einen Schock noch Angst und Schuldgefühle hinzu, dann kann das später zu verschiedenen Neurosen oder sogar schlimmeren führen.

„In deinem Fall hast du einen Putzzwang entwickelt bei dem du den Raum ( deine Wohnung ), nicht eher verlassen konntest, bevor für dich nicht alles pikobello aufgeräumt war. Ansonsten hättest du immer unterschwellig Schuldgefühle gehabt die dich völlig verunsichert hätten.“ „Das Stimmt!“ sagte Hilde, „Ich fühlte mich dann immer irgendwie schuldig…“

„Deine Großmutter hat dich in dem Zimmer zurückgelassen. Und obwohl du alles so gut wie möglich aufgeräumt hattest, kam sie nicht zurück um dich aus dieser Situation zu entlassen.
Das wäre aber absolut notwendig gewesen. Sie hat dir die Strafe auferlegt und nur sie konnte diese auch wieder aufheben. Dadurch, dass sie es nicht tat, fühltest du dich weiterhin schuldig. Aus irgendeinem Grund hat dein Unterbewusstsein jetzt angefangen diese alten Schuldgefühle an die Oberfläche zu bringen. Wie lange hast du diesen Putzzwang schon?“
„Ungefähr seit zwei Jahren,“ sagte Hilde. „Kann es sein,“ sagte ich, „dass deine Großmutter vor ungefähr zwei Jahren verstorben ist?“
„Ja, das stimmt…!“ antworte Hilde und sie sah mich an, als würden ihr die Schuppen aus den Augen fallen. „Meinst du, dass ich jetzt von dem Zwang geheilt bin?“

„Nun, antworte ich, „das werden wir spätesten dann sehen, wenn du wieder zur Arbeit gehen wirst. Eigentlich ist die Ursache deines Problems ja jetzt an die Oberfläche gekommen. Sobald ein Mensch die Ursache für sich verstanden hat, sollten auch die Probleme verschwinden, da das Unterbewusste nun keine Notwendigkeit mehr darin sieht, ihm diese alten Gefühle zu senden.“

Einige Tage später rief mich eine hocherfreute Hilde an um mir mitzuteilen, dass sie keine Anstalten mehr machte diesen Zwang auszuführen. Sie können sich nicht Vorstellen wie glücklich und befreit sie war, einfach mal eine unordentliche Wohnung zu hinterlassen.

So schön kann das Leben eben manchmal sein.

Copyright by Marco Hennings