Der Rettungshubschrauber

Nach Unfällen leiden viele Menschen Monate- oder sogar jahrelang unter Schmerzen, selbst wenn es keine offensichtliche Ursache für den Schmerz gibt.
Dennoch hat der Schmerz viele Gründe. In erster Linie, und das wird oft übersehen, wäre ein fortdauernder Schockzustand an zuführen. Ein durch einen Unfall verursachter Schock kann Monate- und manchmal sogar jahrelang andauern. Geistiges Heilen ermöglicht eine Freisetzung der Schockenergie und ebnet somit den Weg zur Gesundung.

Erschöpfungszustände und Burnout gehören leider mehr und mehr in unser Alltagsbild. Alles um uns herum wird immer schneller und damit erhöht sich auch der Verbrauch unser körpereigenen, energetischen Reserven. Tragen wir zusätzlich, ohne unser Wissen, ein Trauma in uns, das im Unterbewussten gedeckelt wird, kostet uns das zusätzlich Energie und im schlimmsten Fall werden wir krank.

Es passiert selten, dass man ein Trauma mit den Symptomen von Energielosigkeit in Verbindung bringt. Meist wird Stress oder eine ungesunde Lebensweise dafür verantwortlich gemacht. Oberflächlich betrachtet liegt das natürlich auch nahe. Eins spielt hier aber zum anderen und es ist sehr wichtig bei Problemen, wie zum Beispiel Burnout, Depressionen, oder auch allgemeiner Energielosigkeit, nach den Ursachen zu forschen und diese ebenfalls aufzudecken.

Im nächsten Fallbeispiel geht es um Lena ( Name wie immer geändert ), 32 Jahre alt. Lena bat mich um eine Reiki- Sitzung. Sie erklärte mir, dass sie sich in letzter Zeit oft schlapp und energielos fühle und das sie Schwierigkeiten mit dem einschlafen und durch schlafen hätte. Sie gab ihrem Lebensstil die Schuld dafür, da sie viel arbeitete und dadurch viel Stress hatte.

Wir begangen mit der Reiki- Sitzung und als ich meine Hände über ihren Bauch und über den Brustbereich hielt, klagte sie über leichte Schmerzen an diesen Punkten. Später fragte sie mich, warum sie dort Schmerzen verspürt habe. Ich antwortete ihr, dass es sich um ein „Echo“ aus einer anderen Zeit handele. Ich fragte sie, ob sie in der Vergangenheit vielleicht einen Unfall gehabt hatte, wo diese Bereiche in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Lena berichtet mir daraufhin, dass sie als ca. 2 jährige von einem Pferd getreten worden wäre und deshalb 3 Monate in einem Korsett im Krankenhaus gewesen wäre.

In diesen beiden Bereichen hatte sie das Pferd damals mit seinen Hufen getroffen. Eigentlich hatte sie heute damit überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Sache war damals verheilt und längst vergessen. An den Unfall konnte sie sich selbst nicht mehr erinnern. Sie wusste es nur durch die Erzählungen ihrer Mutter.

Aus Erfahrung wusste ich, dass solch ein körperliches Trauma viel Energie verbrauchte um es im Unterbewussten zu halten. Solch ein Körpertrauma kann uns Jahrelang, oder sogar ein ganzes Leben lang, begleiten ohne dass wir es wissen. Dieser Zustand würde sich auch nicht durch mehrere Reiki- Anwendungen beheben lassen. Lena würde dadurch vielleicht für ein paar Tage mehr Energie zur Verfügung haben und es würde ihr für einige Zeit etwas besser gehen. Sobald diese Energie aber verbraucht ist, würde sie wieder mit dem selben Problemen zu mir kommen.

Ich riet Lena also eine Heilsitzung zu machen, da mit Reiki in diesem Fall nur die Symptome des Energiemangels behandelt würden. Für eine dauerhafte Besserung war es einfach sinnvoller die Ursache aufzudecken.

Wir verabredeten uns also für eine Heilsitzung und ich eröffnete unseren Termin mit einem Vorgespräch, in dem ich Lena genauer über ihr Leben und ihrer Vergangenheit befragte. Als wir zu der Frage kamen, ob Lena irgendwelche Phobien hatte, antworte sie mir, dass sie ohne Licht nicht einschlafen könne. Aus diesem Grund lies sie beim Einschlafen immer eine kleine Lichtquelle im Zimmer brennen, damit sie keine Angst haben musste. Auf meine Frage, was denn schlimmes passieren würde, wenn sie das nicht täte, antwortete sie: “Es könnte jemand kommen.“ Genauer konnte sie diese Angst nicht definieren. Sie hatte einfach das Gefühl, es könnte dann „etwas“ oder „jemand“ kommen. Diese Interessante Info erweckte meine Aufmerksamkeit und ich behielt sie im Hinterkopf.

Nachdem ich alle wichtigen Informationen erhalten hatte, erklärte ich Lena meine Arbeitsweise und danach begannen wir mit der Heilsitzung. Ich stellte mich neben sie und spürte sofort wie die Energie durch meine Hände, auf ihr körperliches Energiesystem einwirkte und in Lena hineinfloss. Nach einiger Zeit entspannte sie sich und die ersten Bilder stiegen vor ihrem geistigen Auge auf. Sie schaute im Geiste auf ihre Füße und sah kleine Kinderfüße im saftigen, grünen Gras stehen. Es war Sommer und Lena berichtete, dass sie mit ihren Eltern auf einen Bauernhof gewesen wäre und allein auf dem Gelände herum lief.

Sie erblickte ein Pferd und näherte sich diesem von hinten und zog ihm am Schweif. Das Pferd trat plötzlich aus und die kleine Lena flog durch die Luft und landete hart auf dem Boden. Da lag sie nun und wusste nicht wie ihr gerade geschehen war. Lena berichtet weiter, dass ihre Mutter schreiend und weinend zu ihr gelaufen wäre und versucht habe sie aufzuheben. Sie war völlig in Panik, lies dann aber von Lena ab und lief weinend zurück zum Haus.

Offenbar hatte sie Hilfe angefordert, denn nach einiger Zeit kam ein Hubschrauber und landete auf der Wiese. Zwei Sanitäter kamen und legten Lena auf eine Trage und machten sie fest. Lena sagte mir, dass sie große Angst verspürt habe. Sie dachte sie müsse sterben, denn ihre Mutter war so aufgeregt gewesen und habe so schrecklich geweint. Dann hob der Hubschrauber vom Boden ab und Lena war allein mit dem Sanitäter. Sie wollte bei ihrer Mutter sein, aber offenbar durfte sie nicht mitfliegen. Nach einiger Zeit landete der Hubschrauber und Lena wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Dort wurde sie von anderen Leuten untersucht und man legte ihr eine Art Korsett um. Lena fand das alles ganz schrecklich und sie mochte all diese Leute nicht, die sich da so um sie bemühten um ihr zu helfen. Für Lena waren diese Leute an den Schmerzen und der Trennung von ihrer Mutter schuld. Sie verstand ja nicht, dass man ihr nur helfen wollte. Nach der Prozedur wurde sie in ein Zimmer gebracht, wo ihre Eltern sie erwarteten.

Lena war froh ihre Eltern zu sehen. Von einer Schwester wurde sie in ein Bettchen gelegt. Ihre Mutter saß neben den Bettchen und ihr Vater stand davor, schaute auf Lena und schüttelte den Kopf. Als ich Lena fragte was sie bei diesem Bild empfand, antworte sie:“ Ich möchte so gerne von meinem Vater in den Arm genommen und getröstet werden. Aber er steht nur da und schüttelt mit dem Kopf. Warum nimmt er mich nicht in seine Arme?“ Lenas Stimme klang sehr traurig.

Ein Mann im Kittel betrat als nächstes das Zimmer und Lenas Eltern sprachen mit diesen fremden Menschen. Dann ging der Arzt und nach einiger Zeit verabschiedeten sich Lenas Eltern von ihrer Tochter um nach Hause zu fahren. Für Lena ein neuer Schock. Warum musste sie allein hier bleiben? Sie konnte das nicht verstehen. Sie blieb also allein zurück und langsam wurde es Dunkel draußen. Lena konnte nicht schlafen und sie beobachtete das Licht, was durch den Schlitz der Tür in ihren dunklen Raum eindrang.

Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mann mit Kittel kam ins Zimmer. Er ging zu Lena und drückte ihr Gesicht zur Seite während er ihr befahl leise zu sein. Dann hantierte er an dem Korsett herum. Lena bekam Panik und es tat ihr weh. Nach einiger Zeit hörte der Mann endlich auf und ging ohne ein Wort zu sagen aus dem Zimmer. Lena war fix und fertig mit den Nerven und schlief irgendwann erschöpft ein. Lena musste lange im Krankenhaus bleiben und diese unangenehme Prozedur wiederholte sich in regelmäßigen Abständen. Eines Tages kamen ihre Eltern nicht nur zu Besuch, sondern nahmen sie endlich auch wieder mit nach Hause. Das Korsett wurde ihr abgenommen und sie konnte endlich wieder spielen und mit ihrer Familie zusammen sein. Nach und nach verblasste die Erinnerung an den Unfall.

Als Lena mit ihrem Rückblick endete sagte sie, dass sie jetzt noch ein Bild sehen würde. Als ich sie fragte, was genau sie jetzt sehen würde, antworte sie, sie würde die kleine Lena weinend in einem dunklen Krankenhausflur stehen sehen. Sie wäre ganz allein und wirke zurück gelassen. Ich wusste diese Botschaft von Lenas Unterbewusstsein klar zu deuten und schickte die erwachsene Lena in dieses Bild hinein. Die Erwachsene wollte die kleine Lena sofort in ihre Arme schließen, wozu ich sie auch gleich ermunterte. Lena brach in Tränen aus, als sie die Kleine in ihren Armen hielt. Die alte Schockenergie löste sich endlich und nach all diesen Jahren konnte Heilung eintreten. Die erwachsene Lena gab der Kleinen all den Trost und die Liebe die sie damals nicht bekommen hatte.

Ausserdem erklärte sie der Kleinen, dass sie immer für sie da sein wolle und sie mitnehmen wolle, um sie in ihrem jetzigen Leben bei sich zu haben. Die Kleine war begeistert und sagte sofort ja. Danach holte ich Lena wieder auf unsere Realitätsebene und die Heilsitzung war beendet. Eine glückliche Lena strahlte mich an. In der Nachbesprechung viel Lena noch ein, das es ihr immer sehr schlecht ging, wenn sie ein Krankenhaus betrat. Einmal saß sie nur mit Freunden in einer Kneipe und die Unterhaltung drehte sich um einen Krankenhausaufenthalt. Bei diesem harmlosen Gespräch wurde ihr total übel. Dann viel ihr auch noch ein, dass sie als Schülerin einmal Ohnmächtig wurde, als ein Rettungshubschrauber auf dem Schulgelände landete. Mich wunderte das nicht. Ihr Trauma war tief im Unterbewussten abgespeichert und jedes Mal, wenn sie in die Nähe eines Krankenhauses kam oder sie einen Hubschrauber sah, erinnerte sich ihr Unterbewusstsein an ihre schrecklichen Erlebnisse aus der Vergangenheit.

In solchen Momenten sendete ihr Unterbewusstsein all diese Gefühle, die sie damals hatte, um sie vor dem schrecklichen, was als nächstes passieren könnte, zu warnen. Nach dem Motto: „Denk daran was damals passierte als du ins Krankenhaus kamst oder einen Hubschrauber sahst. Das darf dir nicht noch einmal passieren.“ Ihr Unterbewusstsein war sogar so empfindsam auf dieses Thema, dass es sogar auf ein harmloses Gespräch über einen Krankenhausaufenthalt mit dem Warnsignal reagierte. So einen tiefen Eindruck hatte der Unfall bei der kleinen Lena hinterlassen. Nun, da alles bei der Heilsitzung an die Oberfläche gekommen war sollte Lena keine Probleme mehr mit Kraftlosigkeit haben.

Sobald solch ein Trauma aus dem Unbewussten in unser Bewusstsein aufgestiegen ist, sieht das Unterbewusste keine Veranlassung mehr dazu, ein Warnsignal zu senden. Außerdem gab es nichts mehr energetisch zu deckeln und Lena hatte von jetzt an wieder all ihre Energie zur Verfügung. Sie würde jetzt also wieder voll belastbar sein. Wir beendeten die Sitzung und Lena ließ mir einige Tage später eine Mail zukommen in der stand: “Hallo Marco! Wollte dir heut auch Bericht erstatten. Ich schlafe seit drei Nächten endlich durch! Freu mich sehr darüber! Mir ging es nach der Sitzung auch extrem gut…fühlte mich so leicht…Danke!!!“ Wir sahen uns dann später noch mal, als sie ein 1. Reiki Grad Seminar von mir besuchte, wo sie mir berichtete, dass sie kein Licht mehr zum einschlafen bräuchte. Auch hier wusste das Unterbewusste ja jetzt, dass kein Arzt mehr kommen würde, um das Korsett zu richten. Auch diese Angst hatten wir mit dieser einen Heilsitzung aufdecken und auflösen können.

Copyright
Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg

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Suizid am Wegesrand

Schuldgefühle sind etwas, was wir alle irgendwann einmal im Leben kennen gelernt haben.Einige dieser Gefühle haben für uns einen sehr bewussten Ursprung, während andere dieser Gefühle für uns nicht mehr klar ersichtlich sind, weil diese tief in unserem Unterbewussten verborgen sind. Manche dieser Schuldgefühle konnten wir loswerden, an anderen rühren wir besser nicht herum. Zu schmerzlich wären vielleicht die Erinnerungen. Und was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schulgefühle, nicht mehr schließen ließe?

In meinem nächsten Fallbeispiel werden wir uns tiefer mit einem speziellen Phänomen der Schuld auseinander setzen.
Lilie ( Name geändert ) eine etwa 20 Jährige mit sonnigem, herzlichem Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung und setzte sich auf den mir gegenüber stehenden Stuhl.

Zuerst plauderten wir etwas miteinander. Lilie war etwas aufgeregt und durch das zunächst zwanglose Gespräch gab ich ihr die Gelegenheit, sich zu beruhigen und ihre Energie im ganzen Raum zu verteilen. Während ihrer Erzählungen in der ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, viel mir sogleich auf, dass sie trotz ihres sonnigen Gemütes, etwas dunkles, trauriges auf ihren Schultern trug. Nachdem wir uns etwas besser kennen gelernt hatten, lenkte ich nun das Gespräch in Richtung des Grundes für ihren Besuch.

„Wobei kann ich dir behilflich sein, Lilie?“ fragte ich sie also.

Ihr Blick wurde zunächst etwas unsicher und es schien, als würde sie nach den richtigen Worten suchen müssen.

Lilie berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren einen schweren Autounfall hatte. Bei diesem Unfall war jemand ums Leben gekommen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Ihr Freund hatte ein Motorrad und dieses musste in eine Werkstatt zur Inspektion. Lilie wollte ihren Freund von dort aus dann wieder mit ihrem Wagen mit nach Hause nehmen. Es war ein schöner Tag und beide waren guter Dinge und so fuhr Lilie ihrem Freund mit guter Laune und gebührendem Abstand hinterher.

Sie fuhren schon ein Weile, als Lilie eine Gestalt an der Straße bemerkte. Ihr Freund fuhr grade an dieser Person vorbei und als Lilie sie erreichte, sprang diese urplötzlich und ohne erkennbaren Grund vor ihr Auto. Lilie hatte nicht die geringste Chance zu bremsen. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte. Mit Mühe versuchte sie das schleudernde Auto unter Kontrolle zu bekommen und endlich gelang es ihr den Wagen zum Stillstand zu bringen.

Unter Schock öffnete sie die Fahrertür und lief zu der, am Wegesrad, leblos liegenden Gestalt. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte. In der zwischen Zeit war auch ihr Freund eingetroffen, der den Unfall in seinen Rückspiegeln gesehen hatte und sofort umgekehrt war. Sie alarmierten einen Rettungswagen, aber die Frau war bereits vor dem eintreffen der Rettungskräfte verstorben.

Lilie machte eine kurze Pause und atmete tief durch bevor sie weiter erzählen konnte.

„Wir erfuhren später, dass diese Frau, die ich überfahren hatte, psychische Probleme hatte. Man hatte einen Abschiedsbrief gefunden.
Allen war klar, das ich keine Schuld an diesen schrecklichen Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen sprach mich von jeder Schuld frei. Niemand machte mir einen Vorwurf. Im Gegenteil. Man zeigte mir Mitgefühl und Verständnis. Auch mir ist eigentlich klar, dass ich nichts hätte tun können. Ich denke sogar, dass es gut war, dass sie vor mein Auto gesprungen war. Wäre sie vor das Motorrad meine Freundes gesprungen, wäre er vermutlich auch ums Leben gekommen. So war es doch besser für uns. Auch wenn ich jetzt mit diesen Schuldgefühlen Leben muss.“

An diesen Punkt endete Lilie mit ihrer Erzählung.

Mir war klar, dass, egal was ich Lilie sagen würde, sich dadurch nichts an ihren Schuldgefühlen ändern würde.

Hier gab es nur eine Möglichkeit, damit Lilie ihren Frieden zurück bekommen konnte. Sie musste persönlich mit der Verstorbenen sprechen. Also machte ich mich an die Arbeit und bat Lilie ihre Augen zu schließen damit sie sich entspannen konnte. Anschließend stellte ich mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen. Nach wenigen Augenblicken nahm ihr Unterbewusstsein bereits an Fahrt auf und nur einige Sekunden später, erlebte sie den Unfall dann zum zweiten mal wieder. Aber diesmal in ihrem Geiste.

Ich sagte grade: „Der Unfall ist grade passiert und was siehst du jetzt?“ Lilie schwankte leicht mit ihrem Körper hin und her und mit etwas belegter Stimme antwortete sie: „Ich steige aus dem Auto und sehe die leblose Gestalt ein paar Meter von mir weg liegen. Ich laufe voller entsetzen zu ihr hinüber.“ Lilie zitterte und ich spürte, dass sich ihr Schock langsam zu lösen begann. Ein paar Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Dann berichtete sie weiter: „ Aber jetzt passiert etwas seltsames. Die Frau liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern steht vor mir und lächelt mich an!“

Jetzt gab es kein halten mehr und Lilie sank weinend zu Boden. Der Schock, der sie seit dem Unfall nicht losgelassen hatte und für sie zum Trauma geworden war, brach endlich aus ihr heraus. Ich lies all das geschehen und unterstütze sie nur mit meiner bedingungslosen Liebe und hin und wieder mal mit einem tröstendem, leisem: „Ich weiss…“

Nach einigen Minuten beruhigte sich Lilie langsam und ich wusste, dass die erste Welle vorüber war. Nun fragte ich sie, ob die Frau immer noch vor ihr stehen würde. Lilie antworte, dass sie immer noch da war und sie anlächelte. „Wie fühlst du dich, wenn du sie so siehst?“ fragte ich. „Es ist sehr schön sie so zu sehen. Ihr Körper ist überhaupt nicht verletzt und irgendwie strahlt sie!“ Würdest du ihr gerne etwas sagen?“ fragte ich dann.

„Ja!“ antworte Lilie prompt. „Ich möchte ihr sagen wie unendlich leid mir alles tut!“
„Dann tu das.“ ermunterte ich sie. Lilie liefen erneut Tränen über das Gesicht aber diesmal weniger heftig als beim ersten Mal. Dann richte sie ihr Wort an die Verstorbene und erzählte ihr, wie furchtbar alles für sie gewesen war, und das sie sich so schuldig deswegen fühlte. Als sie fertig war, fragte ich sie, wie die Verstorbene darauf reagiert hätte.

„ Es passiert nichts weiter, außer das sie mich weiterhin liebevoll betrachtet.“
„Frag sie mal was du tun kannst, damit es dir besser geht.“ Lilie tat wie ihr geheißen. Dann huschte ein lächeln über ihr Gesicht und sie flüsterte: “Sie hat meine Hände genommen. Ich höre ihre Stimme. Ihre Lippen bleiben geschlossen aber ich fühle ihre Stimme förmlich in mir.“ „Was teilt sie dir mit?“ fragte ich mit einer leichten Gänsehaut. „Sie bittet mich um Verzeihung…“, kam es schluchzend von Lilie, „und dass es nicht meine Schuld war. Sie war so krank und unglücklich. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Sie wollte nicht, dass jemand anderes mit hineingezogen wird. Vor allem nicht so jemand besonderem, wie ich es bin.“

Wieder liefen einige Tränen, aber diesmal waren es Tränen der Liebe. Ich spürte wie Lilie ihre Kräfte zurück bekam. Ich lies die beiden noch eine Zeit lang miteinander reden, bis ich spürte, dass die Verstorbene nun gehen musste. Ich bat Lilie sich nun von der Verstorbenen zu verabschieden und Lilie sah mit ihrem geistigen Auge, wie sie in ein helles, leuchtendes Licht gezogen wurde und verschwand. Auch ich spürte, wie die Präsenz unseres Besuchers weniger wurde, bis ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Wir beendeten die Heilsitzung und Lilie und ich setzten uns wieder. Sie strahlte über das ganze Gesicht und wirkte gelöst und frei.

„Wie geht es dir jetzt?“ fragte ich sie. „Ich fühle einen unglaublichen Frieden in mir!“ antwortete sie überglücklich. „Was war das gerade, Marco? War das wirklich ihr Geist? War sie wirklich hier?“

„Nun,“ antworte ich, „ es gibt sicher Leute die behaupten würden, dass es sich einfach um eine Projektion deines Unterbewussten gehandelt hat. Was auch verständlich ist, denn sie waren nicht dabei. Nur wer so eine Erfahrung am eigenem Leib erfahren hat, weiß dass das, was gerade hier passiert ist, wirklich real war.“
„Ich habe alles so klar, wahrgenommen, Marco. Das war wirklich wundervoll! Danke! Ich glaube es ist wirklich vorbei.“

„Ruf mich an, falls es doch noch, im nach hinein Probleme geben sollte.“ Dann plauderten Lilie und ich noch eine Weile miteinander, bis sie sich auf dem Heimweg machte. Lilie hatte nicht nur für sich Frieden und Heilung gefunden. Dadurch, dass sie den Kontakt zu der Selbstmörderin suchte und ihr über die Heilsitzung, ihren Schmerz mitteilten konnte, bekam auch die Verstorbene die Gelegenheit ihren Fehler zu korrigieren und Lilie ebenfalls um Verzeihung zu bitten. Beide konnten nun ihr jeweiliges Leben auf der jeweiligen Seite des Daseins ungetrübt fortsetzen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zwei wunderbare Heilungen. Und ich dachte bei mir: ‚Das war doch eine wundervolle Erfahrung.’

Ein Anruf kam übrigens nie.

Copyright by Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg