Mein Wunsch: Kinder mit hoher Selbstachtung

sun-iconWer frei ist von inneren Zwängen, hat sich selbst verwirklicht. Er ist voller Lebensfreude, kennt kein Bedauern, keine Bedenke, keine Selbstgefälligkeit. Er ist sich bewußt, dass er von anderen geliebt und geachtet wird. Die gleiche Offenheit, die er anderen zeigt, wird auch ihm entgegengebracht. Menschen, die frei sind von inneren Zwängen, haben keine Angst vor Ablehnung anderer.

So wie der Mensch sich selbst hochachtet, achtet er seine Natur in jedem anderen Menschen hoch.

Pestalozzi,“Der natürliche Schulmeister 3″

 

  • Wenn Kinder dauender Kritik ausgesetzt sind, werden sie lernen sich und andere zu verdammen. Kinder brauchen die Liebe ihrer Eltern, nicht deren Anklage.
  • Wenn Kinder feindselig behandelt werden, werden sie lernen, zu kämpfen statt zu lieben, und sich und andere zu verletzen.
  • Wenn Kinder lächerlich gemacht und erniedrigt werden, werden sie schüchtern, ängstlich und zurückhaltend. Es zerstört ihr Selbstwertgefühl, ihre Zuversicht und Vertrauen in andere Menschen.
  • Wenn Kindern beigebracht wird, sich zu schämen, werden sie Schuld auf sich und andere laden. Vermeide Kindern Schuldgefühle zu vermitteln, sie werden mit dir später das gleiche tun.
  • Wenn Kinder immer wieder in Angst versetzt werden, steigert sich diese Angst in ihren Bewusstsein proportional zu ihrem Lebensalter.

 

  • Wenn Kinder ermutigt werden, werden sie lernen, selbstbestimmt zu sein und Vertrauen zu sich und anderen zu erleben.
  • Wenn Kinder mit Lob und Wertschätzung aufwachsen, werden sie sich und andere anerkennen.
  • Wenn Kinder akzeptiert werden und zustimmung erhalten, fühlen sie sich von sich selbst angezogen; sie mögen sich und andere.
  • Wenn Kinder bedingungslos geliebt werden, werden sie nicht nur sich selbst lieben: sie werden auch in anderen Selbstachtung erwecken.


 

Permanente Traurigkeit

Eine Klientin erzählte mir, dass ihr ein Therapeut gesagt hätte, dass es normal wäre wenn sie eine latente Traurigkeit verspüren würde. Es gäbe solche und solche Menschen und sowas wäre nicht ungewöhnlich und man soll das auch nicht überbewerten. Meine Klientin fand sich mit dieser Aussage ab und dachte von da an, dass ihre Traurigkeit etwas völlig normales wäre. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Erklärung dieses Therapeuten doch sehr überraschte und ich selten so einen Unsinn gehört habe. Es ist keineswegs „normal“ wenn man jeden Tag traurig ist.

Niemand ist auf natürliche Weise unglücklich. Kein Mensch ist durch seine Gene darauf programmiert, täglich traurig zu sein. Hinter solch einer latenten Traurigkeit finden wir immer verdeckte, oft vergessene Gefühle von Kummer, Wut oder Schuld aus einer anderen Zeit. Wenn wir die Geschichte dieser Frau betrachten, dann wird selbst dem Laien schnell klar, warum sie eine solche Traurigkeit verspürte. Bis zu ihrem 7 Lebensjahr hatte sie eine schöne Kindheit. Sie hatte eine tolle Familie die aus Vater, Mutter und einer älteren Schwester bestand. Als aber ihre Mutter, die sie über alles liebte, an Krebs erkrankte, veränderte sich alles. Alle hatten Angst um sie und eines Tages, als alle dachte, das schlimmste wäre überstanden und der Krebs wäre besiegt, da wurde sie durch ein Autounfall aus dem Leben gerissen. Ein wirklich schweres Trauma für die zurückgebliebenen Familienmitglieder.

Die ältere Schwester musste sogar mit ansehen, wie die Mutter vor ihren Augen von dem Auto erfasst wurde und am Unfallort verstarb. Ihr Vater wurde nach dem Tot seiner Frau zu einem Tyrannen und trieb seine Kinder aus dem Haus. Die Geschwister konnten danach keine Verbindung zueinander aufbauen und hatten lange Schwierigkeiten liebevolle Beziehungen zu führen. Schuld und Verlustgefühle bestimmten ihr Leben.

Man muss verstehen, dass unser Unterbewusstsein viel Energie aufwenden muss um solche Emotionen eines Traumas zu Unterdrücken. Es kann sich dabei aber nicht nur auf die Wut oder den Kummer beschränken. Jegliche positiven Gefühle werden dann meist genauso unterdrückt. Was dann übrig bleibt ist eine latente, undefinierbare Traurigkeit.
Hilft man einem solchen Menschen nun, z.B. mit meiner wunderbaren Methode des geistigen Heilens, die Ursache seiner Gefühle aufzudecken, dann bekommt er damit die Möglichkeit sich selbst von der Wut, der Angst oder den Schuldgefühlen zu befreien und zu heilen. Manchmal höre ich von Klienten, dass sie Jahre lang Therapie gemacht haben aber ohne die gewünschten Ergebnisse.

Nun das liegt oft daran, dass der Erwachsene ja nicht das Problem hatte sondern das Kind was er einmal war. Also helfe ich dem Erwachsenen einen Zugang zu seinem inneren, verletzten Kind zu bekommen. Hat der Erwachsene erst einmal einen solchen Zugang zu seinem Innern Kind hergestellt, dann bekommt er auch einen Zugang zu seinem Trauma und somit auch die Möglichkeit, unter der richtigen und liebevollen Anleitung, sich selbst zu heilen.

Copyright Marco Hennings

Suizid am Wegesrand

Schuldgefühle sind etwas, was wir alle irgendwann einmal im Leben kennen gelernt haben.Einige dieser Gefühle haben für uns einen sehr bewussten Ursprung, während andere dieser Gefühle für uns nicht mehr klar ersichtlich sind, weil diese tief in unserem Unterbewussten verborgen sind. Manche dieser Schuldgefühle konnten wir loswerden, an anderen rühren wir besser nicht herum. Zu schmerzlich wären vielleicht die Erinnerungen. Und was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schulgefühle, nicht mehr schließen ließe?

In meinem nächsten Fallbeispiel werden wir uns tiefer mit einem speziellen Phänomen der Schuld auseinander setzen.
Lilie ( Name geändert ) eine etwa 20 Jährige mit sonnigem, herzlichem Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung und setzte sich auf den mir gegenüber stehenden Stuhl.

Zuerst plauderten wir etwas miteinander. Lilie war etwas aufgeregt und durch das zunächst zwanglose Gespräch gab ich ihr die Gelegenheit, sich zu beruhigen und ihre Energie im ganzen Raum zu verteilen. Während ihrer Erzählungen in der ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, viel mir sogleich auf, dass sie trotz ihres sonnigen Gemütes, etwas dunkles, trauriges auf ihren Schultern trug. Nachdem wir uns etwas besser kennen gelernt hatten, lenkte ich nun das Gespräch in Richtung des Grundes für ihren Besuch.

„Wobei kann ich dir behilflich sein, Lilie?“ fragte ich sie also.

Ihr Blick wurde zunächst etwas unsicher und es schien, als würde sie nach den richtigen Worten suchen müssen.

Lilie berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren einen schweren Autounfall hatte. Bei diesem Unfall war jemand ums Leben gekommen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Ihr Freund hatte ein Motorrad und dieses musste in eine Werkstatt zur Inspektion. Lilie wollte ihren Freund von dort aus dann wieder mit ihrem Wagen mit nach Hause nehmen. Es war ein schöner Tag und beide waren guter Dinge und so fuhr Lilie ihrem Freund mit guter Laune und gebührendem Abstand hinterher.

Sie fuhren schon ein Weile, als Lilie eine Gestalt an der Straße bemerkte. Ihr Freund fuhr grade an dieser Person vorbei und als Lilie sie erreichte, sprang diese urplötzlich und ohne erkennbaren Grund vor ihr Auto. Lilie hatte nicht die geringste Chance zu bremsen. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte. Mit Mühe versuchte sie das schleudernde Auto unter Kontrolle zu bekommen und endlich gelang es ihr den Wagen zum Stillstand zu bringen.

Unter Schock öffnete sie die Fahrertür und lief zu der, am Wegesrad, leblos liegenden Gestalt. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte. In der zwischen Zeit war auch ihr Freund eingetroffen, der den Unfall in seinen Rückspiegeln gesehen hatte und sofort umgekehrt war. Sie alarmierten einen Rettungswagen, aber die Frau war bereits vor dem eintreffen der Rettungskräfte verstorben.

Lilie machte eine kurze Pause und atmete tief durch bevor sie weiter erzählen konnte.

„Wir erfuhren später, dass diese Frau, die ich überfahren hatte, psychische Probleme hatte. Man hatte einen Abschiedsbrief gefunden.
Allen war klar, das ich keine Schuld an diesen schrecklichen Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen sprach mich von jeder Schuld frei. Niemand machte mir einen Vorwurf. Im Gegenteil. Man zeigte mir Mitgefühl und Verständnis. Auch mir ist eigentlich klar, dass ich nichts hätte tun können. Ich denke sogar, dass es gut war, dass sie vor mein Auto gesprungen war. Wäre sie vor das Motorrad meine Freundes gesprungen, wäre er vermutlich auch ums Leben gekommen. So war es doch besser für uns. Auch wenn ich jetzt mit diesen Schuldgefühlen Leben muss.“

An diesen Punkt endete Lilie mit ihrer Erzählung.

Mir war klar, dass, egal was ich Lilie sagen würde, sich dadurch nichts an ihren Schuldgefühlen ändern würde.

Hier gab es nur eine Möglichkeit, damit Lilie ihren Frieden zurück bekommen konnte. Sie musste persönlich mit der Verstorbenen sprechen. Also machte ich mich an die Arbeit und bat Lilie ihre Augen zu schließen damit sie sich entspannen konnte. Anschließend stellte ich mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen. Nach wenigen Augenblicken nahm ihr Unterbewusstsein bereits an Fahrt auf und nur einige Sekunden später, erlebte sie den Unfall dann zum zweiten mal wieder. Aber diesmal in ihrem Geiste.

Ich sagte grade: „Der Unfall ist grade passiert und was siehst du jetzt?“ Lilie schwankte leicht mit ihrem Körper hin und her und mit etwas belegter Stimme antwortete sie: „Ich steige aus dem Auto und sehe die leblose Gestalt ein paar Meter von mir weg liegen. Ich laufe voller entsetzen zu ihr hinüber.“ Lilie zitterte und ich spürte, dass sich ihr Schock langsam zu lösen begann. Ein paar Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Dann berichtete sie weiter: „ Aber jetzt passiert etwas seltsames. Die Frau liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern steht vor mir und lächelt mich an!“

Jetzt gab es kein halten mehr und Lilie sank weinend zu Boden. Der Schock, der sie seit dem Unfall nicht losgelassen hatte und für sie zum Trauma geworden war, brach endlich aus ihr heraus. Ich lies all das geschehen und unterstütze sie nur mit meiner bedingungslosen Liebe und hin und wieder mal mit einem tröstendem, leisem: „Ich weiss…“

Nach einigen Minuten beruhigte sich Lilie langsam und ich wusste, dass die erste Welle vorüber war. Nun fragte ich sie, ob die Frau immer noch vor ihr stehen würde. Lilie antworte, dass sie immer noch da war und sie anlächelte. „Wie fühlst du dich, wenn du sie so siehst?“ fragte ich. „Es ist sehr schön sie so zu sehen. Ihr Körper ist überhaupt nicht verletzt und irgendwie strahlt sie!“ Würdest du ihr gerne etwas sagen?“ fragte ich dann.

„Ja!“ antworte Lilie prompt. „Ich möchte ihr sagen wie unendlich leid mir alles tut!“
„Dann tu das.“ ermunterte ich sie. Lilie liefen erneut Tränen über das Gesicht aber diesmal weniger heftig als beim ersten Mal. Dann richte sie ihr Wort an die Verstorbene und erzählte ihr, wie furchtbar alles für sie gewesen war, und das sie sich so schuldig deswegen fühlte. Als sie fertig war, fragte ich sie, wie die Verstorbene darauf reagiert hätte.

„ Es passiert nichts weiter, außer das sie mich weiterhin liebevoll betrachtet.“
„Frag sie mal was du tun kannst, damit es dir besser geht.“ Lilie tat wie ihr geheißen. Dann huschte ein lächeln über ihr Gesicht und sie flüsterte: “Sie hat meine Hände genommen. Ich höre ihre Stimme. Ihre Lippen bleiben geschlossen aber ich fühle ihre Stimme förmlich in mir.“ „Was teilt sie dir mit?“ fragte ich mit einer leichten Gänsehaut. „Sie bittet mich um Verzeihung…“, kam es schluchzend von Lilie, „und dass es nicht meine Schuld war. Sie war so krank und unglücklich. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Sie wollte nicht, dass jemand anderes mit hineingezogen wird. Vor allem nicht so jemand besonderem, wie ich es bin.“

Wieder liefen einige Tränen, aber diesmal waren es Tränen der Liebe. Ich spürte wie Lilie ihre Kräfte zurück bekam. Ich lies die beiden noch eine Zeit lang miteinander reden, bis ich spürte, dass die Verstorbene nun gehen musste. Ich bat Lilie sich nun von der Verstorbenen zu verabschieden und Lilie sah mit ihrem geistigen Auge, wie sie in ein helles, leuchtendes Licht gezogen wurde und verschwand. Auch ich spürte, wie die Präsenz unseres Besuchers weniger wurde, bis ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Wir beendeten die Heilsitzung und Lilie und ich setzten uns wieder. Sie strahlte über das ganze Gesicht und wirkte gelöst und frei.

„Wie geht es dir jetzt?“ fragte ich sie. „Ich fühle einen unglaublichen Frieden in mir!“ antwortete sie überglücklich. „Was war das gerade, Marco? War das wirklich ihr Geist? War sie wirklich hier?“

„Nun,“ antworte ich, „ es gibt sicher Leute die behaupten würden, dass es sich einfach um eine Projektion deines Unterbewussten gehandelt hat. Was auch verständlich ist, denn sie waren nicht dabei. Nur wer so eine Erfahrung am eigenem Leib erfahren hat, weiß dass das, was gerade hier passiert ist, wirklich real war.“
„Ich habe alles so klar, wahrgenommen, Marco. Das war wirklich wundervoll! Danke! Ich glaube es ist wirklich vorbei.“

„Ruf mich an, falls es doch noch, im nach hinein Probleme geben sollte.“ Dann plauderten Lilie und ich noch eine Weile miteinander, bis sie sich auf dem Heimweg machte. Lilie hatte nicht nur für sich Frieden und Heilung gefunden. Dadurch, dass sie den Kontakt zu der Selbstmörderin suchte und ihr über die Heilsitzung, ihren Schmerz mitteilten konnte, bekam auch die Verstorbene die Gelegenheit ihren Fehler zu korrigieren und Lilie ebenfalls um Verzeihung zu bitten. Beide konnten nun ihr jeweiliges Leben auf der jeweiligen Seite des Daseins ungetrübt fortsetzen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zwei wunderbare Heilungen. Und ich dachte bei mir: ‚Das war doch eine wundervolle Erfahrung.’

Ein Anruf kam übrigens nie.

Copyright by Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg

Nachricht von einem Toten

Für ein kleines Filmprojekt über meine Arbeit suchte ich Probanden, die bereit waren vor einer Kamera eine Heilsitzung mitzumachen. Ein Mann meldete sich auf meinen Aufruf. Nennen wir ihn Peter. Peter fragte per E-Mail für seine Frau Sabine an. Sie hatte diverse Anliegen. Unter anderem Ängste und Probleme mit dem Selbstwert.

Damals wusste ich noch nicht, dass die Heilsitzung mit dieser Dame völlig anders verlaufen sollte, als ich es ursprünglich gedacht hatte. Denn als das ganze ins Rollen kam, war mir nicht klar, dass ich mit einem Todgeweihten korrespondierte. Als wir uns treffen wollten, um alle wichtigen Fragen zu klären, rief Sabine eine halbe Stunde vor diesem Termin an um abzusagen. Sie teilte mir mit, dass ihr Mann in eine akute Psychose gefallen sei, was Phasenweise bei ihm vorkam und nun könnten sie leider nicht kommen. Einige Tage später meldete sie sich ein weiteres Mal, um mir zu sagen, dass ihr Peter nicht mehr am Leben sei. Er hatte sich unter dem Einfluss der Psychose aus der Wohnung geschlichen und sich vor eine Bahn geworfen. Er war sofort tot.

Das war natürlich eine furchtbare Nachricht. Ich hatte Peter nie persönlich kennen gelernt, trotzdem machte mich diese Neuigkeit betroffen. Sabine sagte mir, dass sie trotz ihres Verlustes eine Heilsitzung machen wolle. Zwar nicht sofort, aber später, wenn die erste Trauer verarbeitet sei. Ich erklärte mich einverstanden und zwei Monate später trafen wir uns dann. Sabine setze sich mir gegenüber und als ich sie nach ihren Problemen fragte, bemerkte ich, dass etwas anders war als sonst. Ich spürte, dass noch jemand anderes anwesend war, als nur Sabine der Kameramann und ich.
Sabine konnte nur schwer über ihr Problem reden und immer wieder kam sie auf ihren Mann zu sprechen. Sie weinte und ihr ganzer Kummer kam an die Oberfläche. Ich fragte sie, ob sie sich irgendwelche Vorwürfe wegen seines Todes machen würde? Sie bejahte meine Frage. Sie würde sich immer wieder fragen, ob sie es nicht doch hätte verhindern können. Natürlich trug sie keine Schuld daran. Wie sollte sie? Peter war krank. Weder er noch Sabine konnten etwas dafür, dass er sich umgebracht hatte. Intellektuell war das Sabine auch klar, aber emotional konnte sie sich von diesen Schuldgefühlen nicht freimachen. Ihre Gedanken kreisten permanent um diese Frage. Ich wusste, dass egal was ich ihr jetzt auch sagen würde, es würde nicht reichen, um sie von den Schuldgefühlen zu befreien. Also musste sie mit Peter selbst reden. Natürlich war er tot, aber ich vermutete, dass diese Präsenz, die ich gleich am Anfang des Gespräches verspürte, er sein könnte. Diese Möglichkeit wollte ich nutzen.

Ich bat Sabine aufzustehen und ihre Augen zu schließen. Dann lies ich meine Heilenergie über meine Hände in sie hineinströmen. Sabine entspannte sich nach und nach mehr. Nach einiger Zeit bat ich sie, sich auf ihren Peter zu konzentrieren. Sie bestätigte mir ihn im Geiste bereits zu sehen. Schon als ich angefangen hatte manifestierte er sich.

Sie wollte ihn in ihre Arme schließen und ich munterte sie dazu auf, es zu tun. Wie ein Pantomime nahm sie daraufhin einen unsichtbaren Peter in ihre Arme. Sabine weinte voller Freude. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, dass unserem Kameramann förmlich die Spucke wegblieb. So was sah man natürlich nicht alle Tage. Nach einiger Zeit bat ich Sabine, Peter zu fragen, ob sie vielleicht Schuld daran hätte, was mit ihm passiert war. Sie nickte und ich sah wie sie innerlich mit ihrem imaginären Mann sprach. Dann seufzte sie laut und sagte mir, dass er sie vollkommen von aller Schuld frei sprach. Sie konnte nichts dafür. Er liebte sie für alles was sie für ihn getan hatte. Sabine liefen Tränen der Erleichterung über die Wangen.

Eine Zeitlang tauschten die beiden sich dann noch über private Dinge aus und dann war es Zeit, Peter wieder gehen zu lassen. Die beiden verabschiedeten sich von einander. Danach kümmerten wir uns noch um Sabines eigentliches Anliegen und auch dieses konnte sie in Frieden mit sich lösen. Später fragte ich mich, ob Peter vielleicht schon unbewusst wusste, dass er bald von uns gehen würde und mich deshalb ausgesucht hatte.

Möglich wäre es. Wer weiß schon, welche Stühle und Tische hinter dem Vorhang des Theaters des Lebens, gerückt werden? Man mag an Geister glauben oder nicht, das einzig Wichtige war, dass Sabine von ihren Schuldgefühlen befreit war. Sie berichtet mir später, dass sie keine Trauer mehr verspüre. Sie konnte Abschied nehmen und nun glücklich ihr Leben weiterleben. Auch Peter konnte seine Reise auf der anderen Seite nun in Frieden fortsetzen.

Copyright Marco Hennings