Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

SM88

Eine junge Frau, ungefähr 29 Jahre alt, kam zu mir in eine Heilsitzung.
Nennen wir sie hier einmal Julia.
Julia berichtete mir, dass sie unter starken Zwängen und Ängsten litt und das schon seit vielen Jahren. Sie erzählte mir weiter, dass sie, bevor sie schlafen ging, erst einige Rituale durchlaufen musste, bevor sie ins Bett gehen konnte. Sie schaute in jede Ecke ihres Zimmers, unter das Bett, in den Schrank und sie durchsuchte auch die anderen Räume. Erst wenn sie ganz sicher war, dass sich niemand dort versteckt hatte, traute sie sich ins Bett zu gehen.
Aber selbst, wenn sie nun wusste, dass wirklich niemand in ihren Räumlichkeiten versteckt war überfiel sie eine starke Angst. Manchmal steigerte es sich sogar zu richtigen Panikattacken und sie zitterte völlig eingeschüchtert unter ihrer Decke. An Schlaf war kaum zu denken. Irgendwann schlief sie dann endlich ein, aber der Stress vor jedem Einschlafen hinterließ tiefe seelische Spuren.

Bald entwickelte Julia Vermeidungsstrategien, um eine ruhige Nacht zu bekommen . Eine davon war zum Beispiel, dass sie sehr lange damit verbrachte ihre Zähne zu reinigen, damit sie das zu Bett gehen verzögerte. Eine andere Methode war, dass sie versuchte immer öfter bei Freunden zu übernachten oder einige ihrer Freunde übernachteten bei ihr zu Hause. Ihre dritte Strategie war, dass sie sehr an ihrem Freund klammerte und so oft wie nur möglich versuchte, mit ihm zusammen zu sein. Was die Beziehung mittlerweile schon belastete.

Aber immer klappte das natürlich auch nicht und sie musste auch mal allein schlafen. Julia versuchte eine Psychotherapie, aber in der Gesprächstherapie fand sie keine Erleichterung.

Sie hörte über einen Freund von mir und in ihrer Not wendete sie sich nun an mich. Einen Geistheiler. Normalerweise würde sie nicht zu so jemanden wie mir gehen, berichtete Julia weiter, aber weil ihr der Bekannte so viel Gutes über meine Arbeit berichtete, wollte sie es einfach mal ausprobieren. Ich lächelte, denn mir war klar, dass viele Leute Vorurteile Heilern gegenüber haben und oft erst in ihrer Not nach dem letzten Strohhalm greifen. Ich nahm es aber nicht persönlich, denn ich konnte es nur allzu gut nachvollziehen; es gab mal eine Zeit, wo auch ich geistiges Heilen als völligen Blödsinn abgetan habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich fragte Julia, was dann Schlimmes passieren könnte, wenn sie vor dem Schlafen gehen nicht alles durchsuchen würde und wann sie denn zum allersten Mal diese Ängste verspürt hatte.

Sie antwortete, dass dort jemand sein könnte, der ihr etwas Schlimmes antun wollte. Vielleicht so etwas wie der schwarze Mann. Wann genau es angefangen hatte konnte sie mir nicht sagen, aber es muss so Anfang der Pubertät begonnen haben.

Da Ängste solcher Art nicht einfach aus dem Nichts erscheinen und immer eine Ursache haben, fragte ich weiter, ob sie als Kind eventuell etwas Schlimmes erlebt hätte?

„Ja“, sagte sie, „da war mal etwas, was mich bis heute nicht so richtig loslässt.“ Dann berichtete Julia mir weiter, dass sie als junges Mädchen mit einer Schulkameradin auf dem Weg nach Hause war und sie plötzlich von einem Jugendlichen von hinten mit einem Fahrrad geschnitten wurde. Der junge Mann wendete, fuhr zurück und schubste Julia in ein Gebüsch, dann stürzte er sich auf sie und begrapschte sie.

Die Schulkameradin floh und rief laut um Hilfe. Julia wehrte sich heftig und der Junge ließ von ihr ab und flüchtete auf dem Fahrrad. Julia konnte sich gut an den Vorfall erinnern und berichtete weiter, dass ihre Mutter kam und die Polizei informiert wurde. Der Junge wurde aber nie ermittelt und das Leben ging normal weiter. Den Jungen hat sie nie wieder gesehen.

Ich fragte Julia, ob ihre Mutter oder ihre Eltern denn über den Vorfall mit ihr gesprochen hätten und sie sagte, dass das Ganze nicht aufgebauscht werden sollte und niemand mit ihr darüber gesprochen hätte.

Ich zählte eins und eins zusammen und ich verstand nun, warum Julia so viele Jahre später unter solchen Ängsten und Zwangshandlungen litt.

Wir begangen mit der Heilung und ich stellte mich neben Julia, um sie in mein Energiefeld aufzunehmen. Gleichzeitig sprach ich einige Worte, um ihr Bewusstsein herunterzufahren, damit ihr Unterbewusstsein die Regie übernehmen konnte. Wenig später erlebte Julia den Vorfall noch einmal, diesmal aber in einen geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit, sich von dem damals erlebten Schock selbst zu befreien.

Julias Körper bewegte sich hin und her und einige Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich fragte sie, was sie wahrnehmen würde und sie berichtete, dass sich die ganze Szene nochmal in ihrem Geiste abspielen würde. Sie berichtete den Vorfall nun detaillierter und ich munterte sie dabei auf, den ganzen Schock nun gehen zu lassen. (dazu arbeite mit einer bestimmten Technik, die ich hier jetzt nicht im Detail darstellen werde. Ich biete aber Seminare an, wo man diese spezielle Arbeit erlernen kann)

Julias Körper bog und schüttelt sich und sie weinte jetzt sehr stark. Ein Zeichen dafür, dass sich der Schock löste. Das Trauma schüttelte sich förmlich aus Julias Körper. Ich begleitete und unterstützte Julia dabei mit sanften Worten bis die erste Woge des Schocks vorüber war. Eine zweite folgte, diese aber nicht mehr so stark wie die erste und auch hier wartete ich einfach ab, bis es vorüber war. Dann huschte ein Lächeln über Julias Gesicht und ihr Körper stabilisierte und beruhigt sich.

Ich fragte Julia wie es ihr jetzt ginge. „Viel besser. Ich bin richtig erleichtert“, war ihre Antwort. Anschließend gab ich Julia die Möglichkeit, ihren Frieden mit diesem Täter zu machen und ihm auf der mentalen Ebene all den Schmerz, der ihr von ihm zugefügt wurde zurück zu geben. Dadurch löste Julia alle Schuldgefühle und Ängste auf, die sie so lange Jahre seit diesem Vorfall mit sich herum getragen hatte. Mental nahm sie zum Schluss noch die kleine Julia in ihre Arme und nahm sie mit in ihrem Herzen, aus der Vergangenheit, hierher ins Jetzt. In die Gegenwart.

Wir beendeten die Heilung und besprachen das grade Erlebte. Ich erklärte Julia, dass sie durch diesen Vorfall ein Trauma erlitten hatte. Dadurch, dass sie damals den Schock nicht ausschütteln konnte und auch keinen Ansprechpartner hatte, also darüber nicht reden konnte, hat sich der erlittene Schock in ihrem Unterbewussten festgesetzt.

Sobald die Pubertät einsetzt, kann so ein verborgenes Trauma reaktiviert werden, das zunächst durch eine Schutzfunktion ins Unbewusste verdrängt wurde, um die akute Situation heil überstehen zu können. Ganz genau so, wie es in ihrem Fall passiert war. Julias Unterbewusstes sendete dann diese Ängste, die eigentlich aus der Vergangenheit stammten, da das Unterbewusste keine Zeiten kennt. Für das Unbewusste ist alles JETZT. Es handelte sich also nicht um reale Ängste, sondern das Unterbewusste erinnerte praktisch an bereits stattgefundene Ängste aus der Vergangenheit. Als würde das Unterbewusste sagen wollen: „ Pass auf, das darf dir nicht nochmal passieren! Sei auf der Hut!“ Ich erklärte Julia weiter, dass sie ähnliche Symptome produzierte, die der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sehr nahe kommen. Ein traumatisierter Kriegsveteran sieht auch oft hinter jedem Busch einen Gegner, obwohl sein letzter Kampfeinsatz schon viele Jahre her ist und er schon längst wieder in seinem Heimatland zurückgekehrt ist. Auch hier ist das Unterbewusste des ehemaligen Soldaten immer noch in der Vergangenheit gefangen und sendet die falschen Gefühle aus, damit sich solch ein Vorfall (z.B. ein Angriff von feindlichen Soldaten aus dem Hinterhalt) nicht wiederholen kann.

Julias Symptome traten interessanterweise meist erst vor dem Schlafen gehen auf. Der damalige Überfall geschah aber am helllichten Tag auf der Straße.

Ich kann mir das nur so erklären:

Im Schlaf / Schlafzimmer fühlen wir uns in der Regel geborgen, aber auch verletzlicher als tagsüber im Alltag. Hier sind wir seelisch völlig „nackt“ und angreifbar. Als Kinder sind wir auch relativ hilflos, wenn wir angegriffen werden. Vielleicht war das der Grund dafür, warum die Probleme immer dann auftraten, wenn Julia schlafen gehen wollte.

In der Heilsitzung konnte Julia diese alte Traumatisierung nun in einem geschützten Rahmen aus ihrem Unterbewussten lösen und sich durch meine Unterstützung selbst davon befreien / heilen.

Ich bat Julia, mich eine Woche später anzurufen um mir zu berichten, wie es ihr ergangen war. Als sie sich meldete, merkte ich schon an ihrer Stimme, dass alles in Ordnung war. „ Ich bin überglücklich, Marco. Ich habe keine Angst mehr und schlafe wie ein Baby sofort ein. Obwohl ich allein bin. Ich muss keine Rituale mehr durchlaufen oder zuerst meine Wohnung nach dem vermeintlichen schwarzen Mann durchsuchen. Das ist so ein großartiges Gefühl für mich, endlich frei leben zu können. Vielen lieben Dank!“

Bis heute ist Julia angstfrei.

Copyright by Marco Hennings Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg

Advertisements

Einfach Zwanghaft…

„Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose.“
( Quelle Wikipedia )

In einer meiner Heilsitzungen traf ich auf eine Dame mittleren Alters.
Nennen wir sie Hilde. Hilde berichtete mir, dass sie unter einem enormen Druck leide, ausgelöst durch eine Zwangsstörung.
Hilde konnte ihre Wohnung nicht verlassen bevor sie nicht absolut sicher war, dass sie wirklich alles pikobello aufgeräumt hatte und alles wirklich sauber war. Also ein klassischer Putzzwang. Nun war es sogar schon soweit gekommen, dass sie immer öfter deswegen zu spät zur Arbeit kam und ihr Arbeitgeber ihr mit Konsequenzen drohte. Eine Abmahnung hatte sie bereits erhalten und obwohl sie alles versuchte um die Wohnung rechtzeitig zu verlassen um pünktlich auf der Arbeit zu erscheinen, gelang es ihr nicht.

Ich stellte mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen, damit Hilde herausfinden konnte, was die wirkliche Ursache für ihr Leiden war. Nach einiger Zeit kamen die ersten Bilder aus ihrem Unterbewussten an die Oberfläche ihres Bewusstseins. Sie fing an zu lachen und sah sich im Alter von vier oder fünf Jahren zusammen mit ihren Zwillingsbruder in ihrem gemeinsamen Zimmer spielen. Die beiden hatten einen heiden Spaß und spielten ausgelassen in einem Schlachtfeld aus Spielzeug das vorher noch ihr Kinderzimmer gewesen war.

Als sich die beide grade eine herzhafte Kissenschlacht lieferten, kam die Großmutter herein, die auf die beiden aufpasste, da ihre Mutter auf der Arbeit war, und sah das Chaos. Sie fing sofort an zu schimpfen und schalt die Kinder auf der Stelle mit dem Blödsinn aufzuhören. Völlig erschrocken hörten die beiden sofort auf und standen wie angewurzelt vor ihrer schimpfenden Omi. Als ich Hilde fragte, was als nächstes passierte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie berichtete dass ihre Oma ihren Bruder auf den Arm nahm und nur ihr die alleinige Schuld für das ganze Touwaboo gab.

Ich fragte Hilde, wie sie sich dabei fühlte. Sie erwiderte, dass sie sich ganz schrecklich fühlte. Obwohl sie alle beide daran beteiligt waren, bekam nur sie die Schuld dafür. Das war ungerecht und sie wollte auch den Raum mit ihrer Oma und ihrem Bruder verlassen. „Großmutter hatte meinen Bruder schon immer bevorzugt,“ sagte sie. „Was passiert als nächstes“, fragte ich Hilde. „Meine Oma sagt mir, dass ich den Raum erst verlassen dürfe, wenn ich den Raum vollkommen aufgeräumt habe. Dann geht sie mit meinem Bruder hinaus und schließt die Tür und ich bin allein. Ich bin total traurig und weine vor mich hin. Aber sie kommen nicht zurück und ich räume auf so gut ich das halt kann, aber Omi kommt nicht wieder zurück.

„Wieso nicht?“ hackte ich nach. „Meine Mutter ist gekommen und Großmutter ist wohl dann direkt nach Hause gegangen. Dann kommt meine Mutter und öffnet die Tür, begrüßt mich und holt mich zum Essen.“

Nachdem wir die Heilsitzung beendet hatten, fragte ich Hilde wie sie sich jetzt fühle. Sie lächelte und sagte: „Ich verstehe jetzt warum ich diesen Putzzwang habe,“ antwortete sie.
„Jetzt ist mir alles klar geworden. Ich warte heute noch darauf, dass meine Großmutter mich aus dem Zimmer holt!“ „Genau“, antworte ich. Du hast damals ein kleines Trauma erlitten. Manchmal kann das bei Kindern schon durch eine Kleinigkeit verursacht werden.“
Ein Trauma entsteht durch einen Schock der nicht aufgelöst werden konnte, wie ich an andere Stelle dieses Blogs schon einmal erwähnt habe. Kommen zu solch einen Schock noch Angst und Schuldgefühle hinzu, dann kann das später zu verschiedenen Neurosen oder sogar schlimmeren führen.

„In deinem Fall hast du einen Putzzwang entwickelt bei dem du den Raum ( deine Wohnung ), nicht eher verlassen konntest, bevor für dich nicht alles pikobello aufgeräumt war. Ansonsten hättest du immer unterschwellig Schuldgefühle gehabt die dich völlig verunsichert hätten.“ „Das Stimmt!“ sagte Hilde, „Ich fühlte mich dann immer irgendwie schuldig…“

„Deine Großmutter hat dich in dem Zimmer zurückgelassen. Und obwohl du alles so gut wie möglich aufgeräumt hattest, kam sie nicht zurück um dich aus dieser Situation zu entlassen.
Das wäre aber absolut notwendig gewesen. Sie hat dir die Strafe auferlegt und nur sie konnte diese auch wieder aufheben. Dadurch, dass sie es nicht tat, fühltest du dich weiterhin schuldig. Aus irgendeinem Grund hat dein Unterbewusstsein jetzt angefangen diese alten Schuldgefühle an die Oberfläche zu bringen. Wie lange hast du diesen Putzzwang schon?“
„Ungefähr seit zwei Jahren,“ sagte Hilde. „Kann es sein,“ sagte ich, „dass deine Großmutter vor ungefähr zwei Jahren verstorben ist?“
„Ja, das stimmt…!“ antworte Hilde und sie sah mich an, als würden ihr die Schuppen aus den Augen fallen. „Meinst du, dass ich jetzt von dem Zwang geheilt bin?“

„Nun, antworte ich, „das werden wir spätesten dann sehen, wenn du wieder zur Arbeit gehen wirst. Eigentlich ist die Ursache deines Problems ja jetzt an die Oberfläche gekommen. Sobald ein Mensch die Ursache für sich verstanden hat, sollten auch die Probleme verschwinden, da das Unterbewusste nun keine Notwendigkeit mehr darin sieht, ihm diese alten Gefühle zu senden.“

Einige Tage später rief mich eine hocherfreute Hilde an um mir mitzuteilen, dass sie keine Anstalten mehr machte diesen Zwang auszuführen. Sie können sich nicht Vorstellen wie glücklich und befreit sie war, einfach mal eine unordentliche Wohnung zu hinterlassen.

So schön kann das Leben eben manchmal sein.

Copyright by Marco Hennings

Suizid am Wegesrand

Schuldgefühle sind etwas, was wir alle irgendwann einmal im Leben kennen gelernt haben.Einige dieser Gefühle haben für uns einen sehr bewussten Ursprung, während andere dieser Gefühle für uns nicht mehr klar ersichtlich sind, weil diese tief in unserem Unterbewussten verborgen sind. Manche dieser Schuldgefühle konnten wir loswerden, an anderen rühren wir besser nicht herum. Zu schmerzlich wären vielleicht die Erinnerungen. Und was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schulgefühle, nicht mehr schließen ließe?

In meinem nächsten Fallbeispiel werden wir uns tiefer mit einem speziellen Phänomen der Schuld auseinander setzen.
Lilie ( Name geändert ) eine etwa 20 Jährige mit sonnigem, herzlichem Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung und setzte sich auf den mir gegenüber stehenden Stuhl.

Zuerst plauderten wir etwas miteinander. Lilie war etwas aufgeregt und durch das zunächst zwanglose Gespräch gab ich ihr die Gelegenheit, sich zu beruhigen und ihre Energie im ganzen Raum zu verteilen. Während ihrer Erzählungen in der ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, viel mir sogleich auf, dass sie trotz ihres sonnigen Gemütes, etwas dunkles, trauriges auf ihren Schultern trug. Nachdem wir uns etwas besser kennen gelernt hatten, lenkte ich nun das Gespräch in Richtung des Grundes für ihren Besuch.

„Wobei kann ich dir behilflich sein, Lilie?“ fragte ich sie also.

Ihr Blick wurde zunächst etwas unsicher und es schien, als würde sie nach den richtigen Worten suchen müssen.

Lilie berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren einen schweren Autounfall hatte. Bei diesem Unfall war jemand ums Leben gekommen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Ihr Freund hatte ein Motorrad und dieses musste in eine Werkstatt zur Inspektion. Lilie wollte ihren Freund von dort aus dann wieder mit ihrem Wagen mit nach Hause nehmen. Es war ein schöner Tag und beide waren guter Dinge und so fuhr Lilie ihrem Freund mit guter Laune und gebührendem Abstand hinterher.

Sie fuhren schon ein Weile, als Lilie eine Gestalt an der Straße bemerkte. Ihr Freund fuhr grade an dieser Person vorbei und als Lilie sie erreichte, sprang diese urplötzlich und ohne erkennbaren Grund vor ihr Auto. Lilie hatte nicht die geringste Chance zu bremsen. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte. Mit Mühe versuchte sie das schleudernde Auto unter Kontrolle zu bekommen und endlich gelang es ihr den Wagen zum Stillstand zu bringen.

Unter Schock öffnete sie die Fahrertür und lief zu der, am Wegesrad, leblos liegenden Gestalt. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte. In der zwischen Zeit war auch ihr Freund eingetroffen, der den Unfall in seinen Rückspiegeln gesehen hatte und sofort umgekehrt war. Sie alarmierten einen Rettungswagen, aber die Frau war bereits vor dem eintreffen der Rettungskräfte verstorben.

Lilie machte eine kurze Pause und atmete tief durch bevor sie weiter erzählen konnte.

„Wir erfuhren später, dass diese Frau, die ich überfahren hatte, psychische Probleme hatte. Man hatte einen Abschiedsbrief gefunden.
Allen war klar, das ich keine Schuld an diesen schrecklichen Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen sprach mich von jeder Schuld frei. Niemand machte mir einen Vorwurf. Im Gegenteil. Man zeigte mir Mitgefühl und Verständnis. Auch mir ist eigentlich klar, dass ich nichts hätte tun können. Ich denke sogar, dass es gut war, dass sie vor mein Auto gesprungen war. Wäre sie vor das Motorrad meine Freundes gesprungen, wäre er vermutlich auch ums Leben gekommen. So war es doch besser für uns. Auch wenn ich jetzt mit diesen Schuldgefühlen Leben muss.“

An diesen Punkt endete Lilie mit ihrer Erzählung.

Mir war klar, dass, egal was ich Lilie sagen würde, sich dadurch nichts an ihren Schuldgefühlen ändern würde.

Hier gab es nur eine Möglichkeit, damit Lilie ihren Frieden zurück bekommen konnte. Sie musste persönlich mit der Verstorbenen sprechen. Also machte ich mich an die Arbeit und bat Lilie ihre Augen zu schließen damit sie sich entspannen konnte. Anschließend stellte ich mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen. Nach wenigen Augenblicken nahm ihr Unterbewusstsein bereits an Fahrt auf und nur einige Sekunden später, erlebte sie den Unfall dann zum zweiten mal wieder. Aber diesmal in ihrem Geiste.

Ich sagte grade: „Der Unfall ist grade passiert und was siehst du jetzt?“ Lilie schwankte leicht mit ihrem Körper hin und her und mit etwas belegter Stimme antwortete sie: „Ich steige aus dem Auto und sehe die leblose Gestalt ein paar Meter von mir weg liegen. Ich laufe voller entsetzen zu ihr hinüber.“ Lilie zitterte und ich spürte, dass sich ihr Schock langsam zu lösen begann. Ein paar Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Dann berichtete sie weiter: „ Aber jetzt passiert etwas seltsames. Die Frau liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern steht vor mir und lächelt mich an!“

Jetzt gab es kein halten mehr und Lilie sank weinend zu Boden. Der Schock, der sie seit dem Unfall nicht losgelassen hatte und für sie zum Trauma geworden war, brach endlich aus ihr heraus. Ich lies all das geschehen und unterstütze sie nur mit meiner bedingungslosen Liebe und hin und wieder mal mit einem tröstendem, leisem: „Ich weiss…“

Nach einigen Minuten beruhigte sich Lilie langsam und ich wusste, dass die erste Welle vorüber war. Nun fragte ich sie, ob die Frau immer noch vor ihr stehen würde. Lilie antworte, dass sie immer noch da war und sie anlächelte. „Wie fühlst du dich, wenn du sie so siehst?“ fragte ich. „Es ist sehr schön sie so zu sehen. Ihr Körper ist überhaupt nicht verletzt und irgendwie strahlt sie!“ Würdest du ihr gerne etwas sagen?“ fragte ich dann.

„Ja!“ antworte Lilie prompt. „Ich möchte ihr sagen wie unendlich leid mir alles tut!“
„Dann tu das.“ ermunterte ich sie. Lilie liefen erneut Tränen über das Gesicht aber diesmal weniger heftig als beim ersten Mal. Dann richte sie ihr Wort an die Verstorbene und erzählte ihr, wie furchtbar alles für sie gewesen war, und das sie sich so schuldig deswegen fühlte. Als sie fertig war, fragte ich sie, wie die Verstorbene darauf reagiert hätte.

„ Es passiert nichts weiter, außer das sie mich weiterhin liebevoll betrachtet.“
„Frag sie mal was du tun kannst, damit es dir besser geht.“ Lilie tat wie ihr geheißen. Dann huschte ein lächeln über ihr Gesicht und sie flüsterte: “Sie hat meine Hände genommen. Ich höre ihre Stimme. Ihre Lippen bleiben geschlossen aber ich fühle ihre Stimme förmlich in mir.“ „Was teilt sie dir mit?“ fragte ich mit einer leichten Gänsehaut. „Sie bittet mich um Verzeihung…“, kam es schluchzend von Lilie, „und dass es nicht meine Schuld war. Sie war so krank und unglücklich. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Sie wollte nicht, dass jemand anderes mit hineingezogen wird. Vor allem nicht so jemand besonderem, wie ich es bin.“

Wieder liefen einige Tränen, aber diesmal waren es Tränen der Liebe. Ich spürte wie Lilie ihre Kräfte zurück bekam. Ich lies die beiden noch eine Zeit lang miteinander reden, bis ich spürte, dass die Verstorbene nun gehen musste. Ich bat Lilie sich nun von der Verstorbenen zu verabschieden und Lilie sah mit ihrem geistigen Auge, wie sie in ein helles, leuchtendes Licht gezogen wurde und verschwand. Auch ich spürte, wie die Präsenz unseres Besuchers weniger wurde, bis ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Wir beendeten die Heilsitzung und Lilie und ich setzten uns wieder. Sie strahlte über das ganze Gesicht und wirkte gelöst und frei.

„Wie geht es dir jetzt?“ fragte ich sie. „Ich fühle einen unglaublichen Frieden in mir!“ antwortete sie überglücklich. „Was war das gerade, Marco? War das wirklich ihr Geist? War sie wirklich hier?“

„Nun,“ antworte ich, „ es gibt sicher Leute die behaupten würden, dass es sich einfach um eine Projektion deines Unterbewussten gehandelt hat. Was auch verständlich ist, denn sie waren nicht dabei. Nur wer so eine Erfahrung am eigenem Leib erfahren hat, weiß dass das, was gerade hier passiert ist, wirklich real war.“
„Ich habe alles so klar, wahrgenommen, Marco. Das war wirklich wundervoll! Danke! Ich glaube es ist wirklich vorbei.“

„Ruf mich an, falls es doch noch, im nach hinein Probleme geben sollte.“ Dann plauderten Lilie und ich noch eine Weile miteinander, bis sie sich auf dem Heimweg machte. Lilie hatte nicht nur für sich Frieden und Heilung gefunden. Dadurch, dass sie den Kontakt zu der Selbstmörderin suchte und ihr über die Heilsitzung, ihren Schmerz mitteilten konnte, bekam auch die Verstorbene die Gelegenheit ihren Fehler zu korrigieren und Lilie ebenfalls um Verzeihung zu bitten. Beide konnten nun ihr jeweiliges Leben auf der jeweiligen Seite des Daseins ungetrübt fortsetzen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zwei wunderbare Heilungen. Und ich dachte bei mir: ‚Das war doch eine wundervolle Erfahrung.’

Ein Anruf kam übrigens nie.

Copyright by Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

Kontakt:  Geistiges Heilen in Hamburg

Schock schwere Not


In meinem vorigen Artikel, „Wenn Reiki zur Qual wird“, habe ich von
Traumata gesprochen, die durch die Reiki- Einweihung reaktiviert werden können. Auf diese Thematik möchte ich genauer eingehen.
Wie kommt es zu so einem Trauma und warum kann es dann zu einen späteren Zeitpunkt plötzlich reaktiviert werden?

Viele Menschen, die zu mir in die Heilsitzungen kommen, haben oft, ohne es zu wissen, mit solch einem Trauma aus ihrer Kindheit zu tun.

Sie spüren zwar die Auswirkungen verschiedener Symptome wie z.B. einer Phobie, Angst, Depression oder mangelnden Selbstwertgefühles, können diese Gefühle aber nicht mehr mit der Ursache, dem traumatischen Ereignis aus ihrer Kindheit, in Verbindung bringen.

Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein solche seelischen Verletzungen unter ganz bestimmten Bedingungen, einfach ins Unbewusste verdrängen kann.

Unser Unterbewusstsein ist nicht nur für die automatischen Vorgänge in unserem Leben zuständig wie z.B. die Steuerung von Körperfunktionen wie Herzschlag oder der Atmung. Es kann noch viel mehr, denn es funktioniert wie ein Computer, der mit vielen Programmen ausgestattet ist und auf ganz bestimmte Eingaben unseres Bewusstseins reagiert. Eines dieser Programme hat zum Beispiel die Funktion uns zu beschützen. Das ist großartig, hat aber auch einen Hacken, denn es kann nicht wie unser Bewusstsein zwischen gut oder schlecht unterscheiden.
Daraus können unter bestimmten Vorrausetzungen viele Probleme entstehen.

Aus der Ethologie ( die Beobachtung von wilden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ) weiß man, dass Beutetiere selten traumatisiert werden obwohl sie häufig sogar mehrere Male am Tag heftigen Bedrohungen ausgesetzt sind. Tiere besitzen die angeborene Fähigkeit, sich schnell von einen Trauma zu regenerieren indem sie zittern, schnelle Augenbewegungen machen, am ganzen Körper beben, keuchend Atmen und Bewegungen vervollständigen. Das tun sie solange bis ihr Körper zu seinem Gleichgewicht zurückkehrt. Diesen Vorgang nennt man Homöostase. Auch wir Menschen teilen uns diesen Mechanismus mit den Tieren.

Stellen wir uns einmal vor, wie ein kleines Kind beim Spielen mit seinem Fahrrad stürzt. Es erschrickt sich und tut sich dabei weh. Sofort fängt es an zu weinen und seine Mutter eilt herbei. Die Mama nimmt unser Kleines liebevoll in ihre Arme und tröstet es mit beruhigenden Worten. Das Kind weint, zittert und atmet schnell. Nach einer Weile wird es nach und nach weniger, bis es sich wieder völlig beruhigt hat. Kurz darauf springt das Kleine wieder auf sein Fahrrad und spielt einfach weiter als wäre nichts gewesen.

Was wir hier gerade erlebt haben stellt den Idealfall dar und zeigt wie perfekt das Schutzprogramm unseres Unterbewusstseins funktioniert. Wenn wir stürzen oder uns Verletzen, stehen wir für einige Momente unter Schock. Um solch einen Schock zu bewältigen reagiert unser Unterbewusstsein mit einer tollen Gegenmaßnahme. Dem Weinen. Durch diese Reaktion schütteln wir uns den Schock förmlich wieder aus den Gliedern. Etwa so, wie ein Blitz der in ein Haus einschlägt, der aber von einem Blitzableiter in den Boden abgelenkt wird.

Nun, dann könnte man ja sagen, dass alles in bester Ordnung ist und dass niemand unter einem Trauma leiden muss, weil sich das Unterbewusste ja selbst zu helfen weiß!?

Aus folgenden Gründen ist es leider nicht immer so.

Erstens sind wir viel komplexer gestrickt als unsere Freunde aus dem Tierreich. Zweitens unterdrücken und hemmen wir oft den Prozess aus Scham, was Tiere nicht tun, weil sie solche Gefühle nicht kennen. Und drittens, weil uns in der Schocksituation Angst oder Schuldgefühle gemacht wurden.

Stellen wir uns jetzt noch einmal unser Kind mit dem Fahrrad vor. Es stürzt und fängt an zu Weinen. Seine Mutter kommt hinzu, erschrickt sich aber selbst über den Unfall und anstatt ihr Kind zu trösten, fängt sie sofort an es auszuschimpfen. „Ich habe dir doch gesagt das du vorsichtig fahren sollst. Das hast du jetzt davon. Du bist selbst Schuld! Pass nächstes mal besser auf sonst nehme ich dir das Fahrrad weg.“

Wir erinnern uns, dass wir bei einem Unfall für einen gewissen Zeitraum unter Schock stehen. Stehen wir unter Schock ist es so als stünden wir unter Hypnose. Unser Unterbewusstsein ist in diesem Zustand äußerst suggestibel und alles was gesagt wird, kann dann direkt ins Unterbewusste gehen. Je jünger wir sind, um so größer ist die Gefahr, dass wir ein Trauma von dieser Sache zurückbehalten. Die Widerstandskraft gegen Suggestionen ist bei kleinen Kindern noch nicht so gegeben wie zum Beispiel bei einem Erwachsenen.

Während im ersten Fallbeispiel unser weinendes Kind von seiner Mutter einen geschützten, liebevollen Rahmen bekommt um die Schockenergie auszuschütteln, passiert dieses im zweiten Beispiel nicht. Das Kind bekommt zu seinen Schreck noch Angst und Schuldgefühle hinzu. Der Schock kann nicht ausgeschüttelt werden und die Schockenergie wird direkt mit den Angst und Schuldgefühlen ins Unterbewusste verdrängt.

Als ich elf Jahre alt war, machte ich in den Sommerferien mit meinen Eltern in Dänemark an der Nordsee Urlaub. Ich spielte am Strand mit einen kleinen, vielleicht acht oder neunjährigen Mädchen. Irgendwann gingen wir ins Wasser um zu Baden. Plötzlich wurde das Mädchen abgetrieben, kam in tieferes Wasser und drohte zu ertrinken. Ich bemerkte es erst als sie um Hilfe rief und erschrak fürchterlich. Ich konnte nicht Schwimmen und durch den Schrecken ( Schock), stand ich handlungsunfähig und wie gelähmt da. Der Vater der kleinen hörte ihre Rufe, rannte ins Wasser und rettet sie. Als er sie zu ihrem Liegeplatz brachte, löste sich meine Körper-starre und auch ich bewegte mich zurück zum Liegeplatz meiner Eltern.

Unser Liegeplatz war oben in den Dünen und ich musste über den ganzen Strand gehen um dort anzukommen. Ich schämte mich schrecklich, weil ich glaubte Schuld an diesen Unfall zu haben. Ich hatte das Gefühl, dass mich alle Leute am Strand anstarrten und mir ebenfalls die Schuld dafür gaben. Vor Scham schaute ich die ganze Zeit auf dem Weg zu unseren Liegeplatz auf den Boden. Alarmiert durch die Rufe und der Aufregung am Strand war mein Vater aufgestanden um zu sehen was passiert war. Er war sehr wütend auf mich und schimpfte auf mich ein. „Warum hast du ihr denn nicht geholfen? Du hättest doch nur nach ihr greifen und sie ins flachere Wasser ziehen müssen! Was ist den los mit dir? Sie hätte ertrinken können!“ Seine Worte trafen mich hart zu meinem Schock. Ich setzte mich ohne etwas sagen zu können auf meinen Platz und kämpfte mit meinen Tränen.

An diesem Tag ging ich nicht mehr an den Strand hinunter und mein Vater und ich sprachen nie wieder darüber. Meine Schockenergie konnte nicht ausgeschüttelt werden und verschwand mit den Schuld und Angstgefühlen direkt in meinem Unterbewusstsein. Viele Jahre später, als ich längst nicht mehr daran dachte, wurde dieses Trauma wie ein Schläfer einer Terrorzelle erweckt und begann sein zerstörerisches Werk.

Als ich mit einundzwanzig mit meiner Clique an die Ostsee fuhr, überkamen mich am Strand plötzlich seltsame Gefühle. Eigentlich hatte ich mich gefreut mit meinen Freunden einen schönen Strandtag zu erleben. Aber als ich so auf meinem Strandhandtuch lag fühlte ich mich auf einmal sehr beschämt und ängstlich. Ich mochte weder von meinem Platz aufstehen um ins Wasser zu gehen noch um ein Eis zu essen. Außerdem fühlte ich mich von den anderen Badegästen irgendwie beobachtet.

Meine Freunde waren sehr verwundert über mein Verhalten und ich erklärte es ihnen damit, dass ich einfach keine Lust dazu hatte. Diese Gefühle wiederholten sich Regelmäßig wenn ich an einem Strand war. Ich konnte es mir nicht erklären und versuchte damit zu Leben. Erst als ich in den Dreißigern war und deswegen bei Malcolm Southwood, einem englischen Heiler war, konnte ich diese Geschichte, also die wirkliche Ursache für mein Problem aufdecken und das Trauma auflösen.

Kommen wir nun noch einmal zurück zu unserem zweiten Fallbeispiel. Stellen wir uns das Kind zwanzig Jahre später vor. Es ist nun ein Erwachsener und lebt sein Leben. Jedes mal wenn er Fahrrad fährt, überkommt ihn ein komisches Gefühl. Eine Mischung aus Angst und Unsicherheit. Wenn es geht, versucht er so wenig wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren um diese Gefühle zu vermeiden.
Eigentlich findet er das schade, denn als Kind ist er doch immer so gerne Rad gefahren…

Wenn solch eine Schockenergie in unserem Unterbewussten „fest sitzt“, kann diese später mit all ihren anhängenden Gefühlen durch eine ähnliche Situation reaktiviert werden. Dann bekommen wir plötzlich, wie aus heiterem Himmel, Angst oder Panik für die wir keine rationale Erklärung haben.

Befinden wir uns in einer Situation, die zu einem früheren Zeitpunkt in unserem Leben ein Trauma verursacht hatte, wird uns das Unterbewusstsein mit Warnsignalen zur Vorsicht mahnen. Tritt die gleiche Situation noch einmal ein, wird es mit Symptomen wie Phobie oder Panik reagieren.
Die Ursache zur Reaktivierung war bei mir der Strand und das Wasser. Bei unserem Fallbeispiel war es das Fahrrad. Wir haben es also nicht mit einer realen Bedrohung zu tun, sondern mit den Gefühlen einer längst vergangenen Zeit, eines längst vergessenen Traumas. Ein plötzlicher Schock in der Kombination mit Angst und Schuldgefühlen war damals der Nährboden für das Trauma.

Viele Leute glauben, dass man ein Trauma erst bekommt, wenn man zum Beispiel Opfer einer schweren Gewalttat war. Peter A. Levine und Magie Kline, Autoren des Buches „Verwundete Kinderseelen Heilen“, sagen dort: „Trauma ist möglicherweise die am meisten angefochtene, ignorierte, verharmloste, verleugnete, missverstandene und nicht behandelte Ursache für menschliches Leiden.“

Wir sehen also, dass Traumatisierung nicht nur durch katastrophale Ereignisse wie Missbrauch oder Gewalt verursacht wird. Natürlich ist das Ausmaß der Belastung ein wichtiger Faktor, aber er definiert ein Trauma nicht. Auch kleine Vorfälle, deren Folgen verharmlost werden, können ein Auslöser sein. Kleine Verletzungen, Stürze oder Unfälle, Scheidungen, Trennungen, ein unvorhergesehenes Ereignis, usw.

Geht so ein Mensch nun zu einem Heiler, und lädt dieser das elektromagnetische Feld seines Klienten auf, kommt es in diesem unwillkürlich zur Freisetzung aufgestauter Gefühle. Meist liegen diese unmittelbar unter der Oberfläche und werden nur durch ein, sich wehrendes Bewusstsein, in Schach gehalten. Doch in dem, durch die Heilbehandlung ausgelösten meditativen Zustand, wird die Schranke geöffnet, und die Gefühle brechen heraus.

Bei einer Reiki- Einweihung wird ebenfalls unser elektrisches Feld aufgeladen. Eine zusätzliche Aufladung erfährt es auch noch durch die, mit Reiki aneinander übenden, Schüler.
Dadurch erfahren wir einen entspannten und meditativen Zustand. Genauso so wie in einer Heilbehandlung.

Also ist es kein Wunder, dass wir nach einer Einweihung in den ersten Reiki- Grad plötzlich mit Gefühlen konfrontiert werden können, die eigentlich von einem alten Trauma stammen . Ein erfahrener Lehrer weiß in einem solchen Fall genau was er zu tun hat damit sein Schüler diese Krise ohne weitere Probleme meistern kann.

Copyright by

Marco Hennings

Wenn Reiki zur Qual wird

Immer wieder hört man davon, dass Menschen die ihren ersten Reiki- Grad absolviert haben und kurz darauf in eine seelische Krise geraten sind.

Wenn man das Internet durchsucht, finden man einige, meist religiöse, Anti- Reiki Seiten, auf denen sich diese Reiki- Traumatisierten zusammenfinden

Dort berichten sie ausführlich über ihre negativen Erfahrungen mit der Reiki- Kraft und darüber, wie schlecht es ihnen seit der Einweihung er gegangen ist. Erst als sie sich dem religiösen Glauben zuwendeten und dem „teuflischen“ Reiki entsagten, kamen sie wieder zur Ruhe.

Für einige religiöse Vertreter, die aus Unwissenheit über Reiki behaupten, dass es sich dabei um eine Art schwarze Hexenkunst handelt, ein gefundenes Fressen. Mit erhobenen moralischen Zeigefinger, werden die einst verlorenen Schafe darüber aufklärt, dass einzig und allein „Gottlosigkeit“ zu ihrem Dilemma geführt hatte.

Siehe zum Beispiel:
http://www.achtung-lichtarbeit.de

Völliger Nonsens, denn solche Probleme sind rein irdischer Natur und entspringen nicht dem wirken von Dämonen oder gar des Teufels.

Mir geht es hier nicht darum, die Kirche an den Pranger zu stellen. Denn Reiki und Religion passen sehr wohl zusammen, und könnten durchaus voneinander profitieren. Zuerst einmal müssten aber die vielen Vorurteile, Halbwahrheiten und Ängste überwunden werden, die über Reiki in religiösen Kreisen anscheinend grassieren. Ein ganz großer Irrglaube zum Beispiel ist, dass Reiki die Menschen von Gott entfernt. Mir sind viele Fälle bekannt in denen Menschen durch Reiki sogar wieder zurück zu ihrem Glauben gefunden haben.

Als ich z.B. in einem Jugendgefängnis Reiki zur Gewaltprävention unterrichtet habe, berichtete mir einer der jugendlichen mit türkischer Abstammung und moslemischen Glaubens, dass er nach dem Reiki- Seminar zwar nicht mehr das Bedürfnis verspürte mit Reiki arbeiten zu wollen, aber stattdessen würde er wieder täglich beten und dadurch viel Kraft schöpfen.

Ich könnte noch viele Beispiele ähnlicher Natur anführen. Fakt ist, dass viele Menschen, die Reiki für sich entdeckt haben, auch oft einen tieferen Zugang zu ihrem persönlichen Glauben oder ihrer Spiritualität entwickeln.

Was sind dann aber die Ursachen für solche seelischen Krisen nach einer Einstimmung in die Reiki Energie?

Nun, das ist nichts ungewöhnliches. Bei der energetischen Anhebung der Chakren- Schwingungen durch eine Reiki- Einstimmung, können alte Wunden verdrängter Traumata an die Oberfläche des Bewusstseins kommen. Das ist soweit noch kein Problem, wenn dies in einem sicheren und geschützten Rahmen, unter der Aufsicht eines erfahrenen Reiki- Lehrers geschieht. Reiki setzt bewusst wie unbewusst viel in Bewegung. Diese „Bewegung“, dient allein der Heilung und Entwicklung des Menschen und ist somit eine natürliche und wundervolle Sache.

Problematisch kann es erst werden, wenn man nach einer Reiki- Einweihung mit einer seelischen Krise konfrontiert wird, und keinen erfahrenen Lehrer oder eine andere geschulte Person, an seiner Seite hat.

Vor ein paar Tagen wurde mir folgende Geschichte zugetragen: Eine junge Frau machte ihren Reiki- Meister Grad bei einer Dame die wissentlich ihre gesamte Reiki- Ausbildung über das Internet, per Ferneinweihungen, erhalten hatte. Die junge Frau hatten noch keinen einzigen Reiki Grad und dieser Reiki- Anwärterin wurde von der „Internet Meisterin“ geraten, alle drei Grade hintereinander zu machen.

Was bedeutet: 1.,2. und 3. Reiki- Grad an ein und demselben Tag. Kurze Zeit später stürzte die frisch gebackene Meisterin in ein tiefes seelisches Loch. Sie bat ihre Reiki- Lehrerin um Hilfe. Daraufhin bekam sie eine interessante Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist jetzt eine Reiki- Meisterin…“

Jedem verantwortungsbewussten Reiki- Lehrer sträuben sich bei dieser Geschichte die Haare. Solch eine Vorgehensweise ist absolut fahrlässig. Die einzelnen Reiki- Grade werden über einen längeren Zeitraum vergeben. Das menschliche Chakrensystem muss Schritt für Schritt an die neue Energie angepasst werden. Es hat also schon seinen Sinn, warum die Reiki- Ausbildung in verschiedene Grade aufgeteilt wurde.

Ausserdem würde ein verantwortungsbewusster Lehrer seine Reiki- Schüler über die Möglichkeit einer eventuellen, emotionalen Überforderung aufklären. Damit ist gemeint, dass Gefühle auftreten können, die den Reiki- Neuling in seiner Heftigkeit überraschen können. Auch noch lange nach der Einweihung. Falls es zu Problemen kommen sollte, steht er seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Sollte der Lehrer selbst nicht helfen können, weil ihm die Situation zum Beispiel überfordert oder ihm die nötige Ausbildung dazu fehlt, sollte er ein Netzwerk von Psychologen, Heilpraktikern, Seelsorgern oder Schulmedizinern geschaffen haben, an die er seine Schüler in einem Notfall vermitteln kann.

Nun das klingt jetzt grade so, als würde jeder neue Reiki- Anwärter direkt nach der Einweihung in eine seelische Krise stürzen. Das ist natürlich nicht der Fall. So etwas geschieht in der Regel nur bei Leuten mit einer gewissen Vorbelastung. Bei der richtigen Betreuung durch den Reiki- Lehrer ist solch eine Krise dann aber auch kein Problem. Sie kann dann schnell erkannt, gemeistert und überwunden werden. Reiki zu erlernen ist und bleibt dann eine sichere Sache und eine wundervolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.

Erst wenn Reiki- Lehrer aus Unwissenheit über diese Thematik, nicht über mögliche Risiken aufklären und ihren Schülern keinen support nach dem Seminar anbieten, kommen wir in den Schlamassel, dass die Reiki- Einweihung, als Auslöser für die seelische Krise als etwas „böses“ und negatives betrachtet wird.

Es liegt also an uns Lehrern, dass wir uns dieser Verantwortung bewusst werden und darüber Aufklärung betreiben, um unseren Schülern schlechte Erfahrungen zu ersparen und um Missverständnisse und falsche Interpretationen solcher persönlichen Krisen in Zukunft zu vermeiden.

Copyright by
Marco Hennings

Reiki lernen? Reiki Ausbildung in Hamburg