Der Rettungshubschrauber

Nach Unfällen leiden viele Menschen Monate- oder sogar jahrelang unter Schmerzen, selbst wenn es keine offensichtliche Ursache für den Schmerz gibt.
Dennoch hat der Schmerz viele Gründe. In erster Linie, und das wird oft übersehen, wäre ein fortdauernder Schockzustand an zuführen. Ein durch einen Unfall verursachter Schock kann Monate- und manchmal sogar jahrelang andauern. Geistiges Heilen ermöglicht eine Freisetzung der Schockenergie und ebnet somit den Weg zur Gesundung.

Erschöpfungszustände und Burnout gehören leider mehr und mehr in unser Alltagsbild. Alles um uns herum wird immer schneller und damit erhöht sich auch der Verbrauch unser körpereigenen, energetischen Reserven. Tragen wir zusätzlich, ohne unser Wissen, ein Trauma in uns, das im Unterbewussten gedeckelt wird, kostet uns das zusätzlich Energie und im schlimmsten Fall werden wir krank.

Es passiert selten, dass man ein Trauma mit den Symptomen von Energielosigkeit in Verbindung bringt. Meist wird Stress oder eine ungesunde Lebensweise dafür verantwortlich gemacht. Oberflächlich betrachtet liegt das natürlich auch nahe. Eins spielt hier aber zum anderen und es ist sehr wichtig bei Problemen, wie zum Beispiel Burnout, Depressionen, oder auch allgemeiner Energielosigkeit, nach den Ursachen zu forschen und diese ebenfalls aufzudecken.

Im nächsten Fallbeispiel geht es um Lena ( Name wie immer geändert ), 32 Jahre alt. Lena bat mich um eine Reiki- Sitzung. Sie erklärte mir, dass sie sich in letzter Zeit oft schlapp und energielos fühle und das sie Schwierigkeiten mit dem einschlafen und durch schlafen hätte. Sie gab ihrem Lebensstil die Schuld dafür, da sie viel arbeitete und dadurch viel Stress hatte.

Wir begangen mit der Reiki- Sitzung und als ich meine Hände über ihren Bauch und über den Brustbereich hielt, klagte sie über leichte Schmerzen an diesen Punkten. Später fragte sie mich, warum sie dort Schmerzen verspürt habe. Ich antwortete ihr, dass es sich um ein „Echo“ aus einer anderen Zeit handele. Ich fragte sie, ob sie in der Vergangenheit vielleicht einen Unfall gehabt hatte, wo diese Bereiche in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Lena berichtet mir daraufhin, dass sie als ca. 2 jährige von einem Pferd getreten worden wäre und deshalb 3 Monate in einem Korsett im Krankenhaus gewesen wäre.

In diesen beiden Bereichen hatte sie das Pferd damals mit seinen Hufen getroffen. Eigentlich hatte sie heute damit überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Sache war damals verheilt und längst vergessen. An den Unfall konnte sie sich selbst nicht mehr erinnern. Sie wusste es nur durch die Erzählungen ihrer Mutter.

Aus Erfahrung wusste ich, dass solch ein körperliches Trauma viel Energie verbrauchte um es im Unterbewussten zu halten. Solch ein Körpertrauma kann uns Jahrelang, oder sogar ein ganzes Leben lang, begleiten ohne dass wir es wissen. Dieser Zustand würde sich auch nicht durch mehrere Reiki- Anwendungen beheben lassen. Lena würde dadurch vielleicht für ein paar Tage mehr Energie zur Verfügung haben und es würde ihr für einige Zeit etwas besser gehen. Sobald diese Energie aber verbraucht ist, würde sie wieder mit dem selben Problemen zu mir kommen.

Ich riet Lena also eine Heilsitzung zu machen, da mit Reiki in diesem Fall nur die Symptome des Energiemangels behandelt würden. Für eine dauerhafte Besserung war es einfach sinnvoller die Ursache aufzudecken.

Wir verabredeten uns also für eine Heilsitzung und ich eröffnete unseren Termin mit einem Vorgespräch, in dem ich Lena genauer über ihr Leben und ihrer Vergangenheit befragte. Als wir zu der Frage kamen, ob Lena irgendwelche Phobien hatte, antworte sie mir, dass sie ohne Licht nicht einschlafen könne. Aus diesem Grund lies sie beim Einschlafen immer eine kleine Lichtquelle im Zimmer brennen, damit sie keine Angst haben musste. Auf meine Frage, was denn schlimmes passieren würde, wenn sie das nicht täte, antwortete sie: “Es könnte jemand kommen.“ Genauer konnte sie diese Angst nicht definieren. Sie hatte einfach das Gefühl, es könnte dann „etwas“ oder „jemand“ kommen. Diese Interessante Info erweckte meine Aufmerksamkeit und ich behielt sie im Hinterkopf.

Nachdem ich alle wichtigen Informationen erhalten hatte, erklärte ich Lena meine Arbeitsweise und danach begannen wir mit der Heilsitzung. Ich stellte mich neben sie und spürte sofort wie die Energie durch meine Hände, auf ihr körperliches Energiesystem einwirkte und in Lena hineinfloss. Nach einiger Zeit entspannte sie sich und die ersten Bilder stiegen vor ihrem geistigen Auge auf. Sie schaute im Geiste auf ihre Füße und sah kleine Kinderfüße im saftigen, grünen Gras stehen. Es war Sommer und Lena berichtete, dass sie mit ihren Eltern auf einen Bauernhof gewesen wäre und allein auf dem Gelände herum lief.

Sie erblickte ein Pferd und näherte sich diesem von hinten und zog ihm am Schweif. Das Pferd trat plötzlich aus und die kleine Lena flog durch die Luft und landete hart auf dem Boden. Da lag sie nun und wusste nicht wie ihr gerade geschehen war. Lena berichtet weiter, dass ihre Mutter schreiend und weinend zu ihr gelaufen wäre und versucht habe sie aufzuheben. Sie war völlig in Panik, lies dann aber von Lena ab und lief weinend zurück zum Haus.

Offenbar hatte sie Hilfe angefordert, denn nach einiger Zeit kam ein Hubschrauber und landete auf der Wiese. Zwei Sanitäter kamen und legten Lena auf eine Trage und machten sie fest. Lena sagte mir, dass sie große Angst verspürt habe. Sie dachte sie müsse sterben, denn ihre Mutter war so aufgeregt gewesen und habe so schrecklich geweint. Dann hob der Hubschrauber vom Boden ab und Lena war allein mit dem Sanitäter. Sie wollte bei ihrer Mutter sein, aber offenbar durfte sie nicht mitfliegen. Nach einiger Zeit landete der Hubschrauber und Lena wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Dort wurde sie von anderen Leuten untersucht und man legte ihr eine Art Korsett um. Lena fand das alles ganz schrecklich und sie mochte all diese Leute nicht, die sich da so um sie bemühten um ihr zu helfen. Für Lena waren diese Leute an den Schmerzen und der Trennung von ihrer Mutter schuld. Sie verstand ja nicht, dass man ihr nur helfen wollte. Nach der Prozedur wurde sie in ein Zimmer gebracht, wo ihre Eltern sie erwarteten.

Lena war froh ihre Eltern zu sehen. Von einer Schwester wurde sie in ein Bettchen gelegt. Ihre Mutter saß neben den Bettchen und ihr Vater stand davor, schaute auf Lena und schüttelte den Kopf. Als ich Lena fragte was sie bei diesem Bild empfand, antworte sie:“ Ich möchte so gerne von meinem Vater in den Arm genommen und getröstet werden. Aber er steht nur da und schüttelt mit dem Kopf. Warum nimmt er mich nicht in seine Arme?“ Lenas Stimme klang sehr traurig.

Ein Mann im Kittel betrat als nächstes das Zimmer und Lenas Eltern sprachen mit diesen fremden Menschen. Dann ging der Arzt und nach einiger Zeit verabschiedeten sich Lenas Eltern von ihrer Tochter um nach Hause zu fahren. Für Lena ein neuer Schock. Warum musste sie allein hier bleiben? Sie konnte das nicht verstehen. Sie blieb also allein zurück und langsam wurde es Dunkel draußen. Lena konnte nicht schlafen und sie beobachtete das Licht, was durch den Schlitz der Tür in ihren dunklen Raum eindrang.

Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mann mit Kittel kam ins Zimmer. Er ging zu Lena und drückte ihr Gesicht zur Seite während er ihr befahl leise zu sein. Dann hantierte er an dem Korsett herum. Lena bekam Panik und es tat ihr weh. Nach einiger Zeit hörte der Mann endlich auf und ging ohne ein Wort zu sagen aus dem Zimmer. Lena war fix und fertig mit den Nerven und schlief irgendwann erschöpft ein. Lena musste lange im Krankenhaus bleiben und diese unangenehme Prozedur wiederholte sich in regelmäßigen Abständen. Eines Tages kamen ihre Eltern nicht nur zu Besuch, sondern nahmen sie endlich auch wieder mit nach Hause. Das Korsett wurde ihr abgenommen und sie konnte endlich wieder spielen und mit ihrer Familie zusammen sein. Nach und nach verblasste die Erinnerung an den Unfall.

Als Lena mit ihrem Rückblick endete sagte sie, dass sie jetzt noch ein Bild sehen würde. Als ich sie fragte, was genau sie jetzt sehen würde, antworte sie, sie würde die kleine Lena weinend in einem dunklen Krankenhausflur stehen sehen. Sie wäre ganz allein und wirke zurück gelassen. Ich wusste diese Botschaft von Lenas Unterbewusstsein klar zu deuten und schickte die erwachsene Lena in dieses Bild hinein. Die Erwachsene wollte die kleine Lena sofort in ihre Arme schließen, wozu ich sie auch gleich ermunterte. Lena brach in Tränen aus, als sie die Kleine in ihren Armen hielt. Die alte Schockenergie löste sich endlich und nach all diesen Jahren konnte Heilung eintreten. Die erwachsene Lena gab der Kleinen all den Trost und die Liebe die sie damals nicht bekommen hatte.

Ausserdem erklärte sie der Kleinen, dass sie immer für sie da sein wolle und sie mitnehmen wolle, um sie in ihrem jetzigen Leben bei sich zu haben. Die Kleine war begeistert und sagte sofort ja. Danach holte ich Lena wieder auf unsere Realitätsebene und die Heilsitzung war beendet. Eine glückliche Lena strahlte mich an. In der Nachbesprechung viel Lena noch ein, das es ihr immer sehr schlecht ging, wenn sie ein Krankenhaus betrat. Einmal saß sie nur mit Freunden in einer Kneipe und die Unterhaltung drehte sich um einen Krankenhausaufenthalt. Bei diesem harmlosen Gespräch wurde ihr total übel. Dann viel ihr auch noch ein, dass sie als Schülerin einmal Ohnmächtig wurde, als ein Rettungshubschrauber auf dem Schulgelände landete. Mich wunderte das nicht. Ihr Trauma war tief im Unterbewussten abgespeichert und jedes Mal, wenn sie in die Nähe eines Krankenhauses kam oder sie einen Hubschrauber sah, erinnerte sich ihr Unterbewusstsein an ihre schrecklichen Erlebnisse aus der Vergangenheit.

In solchen Momenten sendete ihr Unterbewusstsein all diese Gefühle, die sie damals hatte, um sie vor dem schrecklichen, was als nächstes passieren könnte, zu warnen. Nach dem Motto: „Denk daran was damals passierte als du ins Krankenhaus kamst oder einen Hubschrauber sahst. Das darf dir nicht noch einmal passieren.“ Ihr Unterbewusstsein war sogar so empfindsam auf dieses Thema, dass es sogar auf ein harmloses Gespräch über einen Krankenhausaufenthalt mit dem Warnsignal reagierte. So einen tiefen Eindruck hatte der Unfall bei der kleinen Lena hinterlassen. Nun, da alles bei der Heilsitzung an die Oberfläche gekommen war sollte Lena keine Probleme mehr mit Kraftlosigkeit haben.

Sobald solch ein Trauma aus dem Unbewussten in unser Bewusstsein aufgestiegen ist, sieht das Unterbewusste keine Veranlassung mehr dazu, ein Warnsignal zu senden. Außerdem gab es nichts mehr energetisch zu deckeln und Lena hatte von jetzt an wieder all ihre Energie zur Verfügung. Sie würde jetzt also wieder voll belastbar sein. Wir beendeten die Sitzung und Lena ließ mir einige Tage später eine Mail zukommen in der stand: “Hallo Marco! Wollte dir heut auch Bericht erstatten. Ich schlafe seit drei Nächten endlich durch! Freu mich sehr darüber! Mir ging es nach der Sitzung auch extrem gut…fühlte mich so leicht…Danke!!!“ Wir sahen uns dann später noch mal, als sie ein 1. Reiki Grad Seminar von mir besuchte, wo sie mir berichtete, dass sie kein Licht mehr zum einschlafen bräuchte. Auch hier wusste das Unterbewusste ja jetzt, dass kein Arzt mehr kommen würde, um das Korsett zu richten. Auch diese Angst hatten wir mit dieser einen Heilsitzung aufdecken und auflösen können.

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Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

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Suizid am Wegesrand

Schuldgefühle sind etwas, was wir alle irgendwann einmal im Leben kennen gelernt haben.Einige dieser Gefühle haben für uns einen sehr bewussten Ursprung, während andere dieser Gefühle für uns nicht mehr klar ersichtlich sind, weil diese tief in unserem Unterbewussten verborgen sind. Manche dieser Schuldgefühle konnten wir loswerden, an anderen rühren wir besser nicht herum. Zu schmerzlich wären vielleicht die Erinnerungen. Und was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schulgefühle, nicht mehr schließen ließe?

In meinem nächsten Fallbeispiel werden wir uns tiefer mit einem speziellen Phänomen der Schuld auseinander setzen.
Lilie ( Name geändert ) eine etwa 20 Jährige mit sonnigem, herzlichem Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung und setzte sich auf den mir gegenüber stehenden Stuhl.

Zuerst plauderten wir etwas miteinander. Lilie war etwas aufgeregt und durch das zunächst zwanglose Gespräch gab ich ihr die Gelegenheit, sich zu beruhigen und ihre Energie im ganzen Raum zu verteilen. Während ihrer Erzählungen in der ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, viel mir sogleich auf, dass sie trotz ihres sonnigen Gemütes, etwas dunkles, trauriges auf ihren Schultern trug. Nachdem wir uns etwas besser kennen gelernt hatten, lenkte ich nun das Gespräch in Richtung des Grundes für ihren Besuch.

„Wobei kann ich dir behilflich sein, Lilie?“ fragte ich sie also.

Ihr Blick wurde zunächst etwas unsicher und es schien, als würde sie nach den richtigen Worten suchen müssen.

Lilie berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren einen schweren Autounfall hatte. Bei diesem Unfall war jemand ums Leben gekommen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Ihr Freund hatte ein Motorrad und dieses musste in eine Werkstatt zur Inspektion. Lilie wollte ihren Freund von dort aus dann wieder mit ihrem Wagen mit nach Hause nehmen. Es war ein schöner Tag und beide waren guter Dinge und so fuhr Lilie ihrem Freund mit guter Laune und gebührendem Abstand hinterher.

Sie fuhren schon ein Weile, als Lilie eine Gestalt an der Straße bemerkte. Ihr Freund fuhr grade an dieser Person vorbei und als Lilie sie erreichte, sprang diese urplötzlich und ohne erkennbaren Grund vor ihr Auto. Lilie hatte nicht die geringste Chance zu bremsen. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte. Mit Mühe versuchte sie das schleudernde Auto unter Kontrolle zu bekommen und endlich gelang es ihr den Wagen zum Stillstand zu bringen.

Unter Schock öffnete sie die Fahrertür und lief zu der, am Wegesrad, leblos liegenden Gestalt. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte. In der zwischen Zeit war auch ihr Freund eingetroffen, der den Unfall in seinen Rückspiegeln gesehen hatte und sofort umgekehrt war. Sie alarmierten einen Rettungswagen, aber die Frau war bereits vor dem eintreffen der Rettungskräfte verstorben.

Lilie machte eine kurze Pause und atmete tief durch bevor sie weiter erzählen konnte.

„Wir erfuhren später, dass diese Frau, die ich überfahren hatte, psychische Probleme hatte. Man hatte einen Abschiedsbrief gefunden.
Allen war klar, das ich keine Schuld an diesen schrecklichen Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen sprach mich von jeder Schuld frei. Niemand machte mir einen Vorwurf. Im Gegenteil. Man zeigte mir Mitgefühl und Verständnis. Auch mir ist eigentlich klar, dass ich nichts hätte tun können. Ich denke sogar, dass es gut war, dass sie vor mein Auto gesprungen war. Wäre sie vor das Motorrad meine Freundes gesprungen, wäre er vermutlich auch ums Leben gekommen. So war es doch besser für uns. Auch wenn ich jetzt mit diesen Schuldgefühlen Leben muss.“

An diesen Punkt endete Lilie mit ihrer Erzählung.

Mir war klar, dass, egal was ich Lilie sagen würde, sich dadurch nichts an ihren Schuldgefühlen ändern würde.

Hier gab es nur eine Möglichkeit, damit Lilie ihren Frieden zurück bekommen konnte. Sie musste persönlich mit der Verstorbenen sprechen. Also machte ich mich an die Arbeit und bat Lilie ihre Augen zu schließen damit sie sich entspannen konnte. Anschließend stellte ich mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen. Nach wenigen Augenblicken nahm ihr Unterbewusstsein bereits an Fahrt auf und nur einige Sekunden später, erlebte sie den Unfall dann zum zweiten mal wieder. Aber diesmal in ihrem Geiste.

Ich sagte grade: „Der Unfall ist grade passiert und was siehst du jetzt?“ Lilie schwankte leicht mit ihrem Körper hin und her und mit etwas belegter Stimme antwortete sie: „Ich steige aus dem Auto und sehe die leblose Gestalt ein paar Meter von mir weg liegen. Ich laufe voller entsetzen zu ihr hinüber.“ Lilie zitterte und ich spürte, dass sich ihr Schock langsam zu lösen begann. Ein paar Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Dann berichtete sie weiter: „ Aber jetzt passiert etwas seltsames. Die Frau liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern steht vor mir und lächelt mich an!“

Jetzt gab es kein halten mehr und Lilie sank weinend zu Boden. Der Schock, der sie seit dem Unfall nicht losgelassen hatte und für sie zum Trauma geworden war, brach endlich aus ihr heraus. Ich lies all das geschehen und unterstütze sie nur mit meiner bedingungslosen Liebe und hin und wieder mal mit einem tröstendem, leisem: „Ich weiss…“

Nach einigen Minuten beruhigte sich Lilie langsam und ich wusste, dass die erste Welle vorüber war. Nun fragte ich sie, ob die Frau immer noch vor ihr stehen würde. Lilie antworte, dass sie immer noch da war und sie anlächelte. „Wie fühlst du dich, wenn du sie so siehst?“ fragte ich. „Es ist sehr schön sie so zu sehen. Ihr Körper ist überhaupt nicht verletzt und irgendwie strahlt sie!“ Würdest du ihr gerne etwas sagen?“ fragte ich dann.

„Ja!“ antworte Lilie prompt. „Ich möchte ihr sagen wie unendlich leid mir alles tut!“
„Dann tu das.“ ermunterte ich sie. Lilie liefen erneut Tränen über das Gesicht aber diesmal weniger heftig als beim ersten Mal. Dann richte sie ihr Wort an die Verstorbene und erzählte ihr, wie furchtbar alles für sie gewesen war, und das sie sich so schuldig deswegen fühlte. Als sie fertig war, fragte ich sie, wie die Verstorbene darauf reagiert hätte.

„ Es passiert nichts weiter, außer das sie mich weiterhin liebevoll betrachtet.“
„Frag sie mal was du tun kannst, damit es dir besser geht.“ Lilie tat wie ihr geheißen. Dann huschte ein lächeln über ihr Gesicht und sie flüsterte: “Sie hat meine Hände genommen. Ich höre ihre Stimme. Ihre Lippen bleiben geschlossen aber ich fühle ihre Stimme förmlich in mir.“ „Was teilt sie dir mit?“ fragte ich mit einer leichten Gänsehaut. „Sie bittet mich um Verzeihung…“, kam es schluchzend von Lilie, „und dass es nicht meine Schuld war. Sie war so krank und unglücklich. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Sie wollte nicht, dass jemand anderes mit hineingezogen wird. Vor allem nicht so jemand besonderem, wie ich es bin.“

Wieder liefen einige Tränen, aber diesmal waren es Tränen der Liebe. Ich spürte wie Lilie ihre Kräfte zurück bekam. Ich lies die beiden noch eine Zeit lang miteinander reden, bis ich spürte, dass die Verstorbene nun gehen musste. Ich bat Lilie sich nun von der Verstorbenen zu verabschieden und Lilie sah mit ihrem geistigen Auge, wie sie in ein helles, leuchtendes Licht gezogen wurde und verschwand. Auch ich spürte, wie die Präsenz unseres Besuchers weniger wurde, bis ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Wir beendeten die Heilsitzung und Lilie und ich setzten uns wieder. Sie strahlte über das ganze Gesicht und wirkte gelöst und frei.

„Wie geht es dir jetzt?“ fragte ich sie. „Ich fühle einen unglaublichen Frieden in mir!“ antwortete sie überglücklich. „Was war das gerade, Marco? War das wirklich ihr Geist? War sie wirklich hier?“

„Nun,“ antworte ich, „ es gibt sicher Leute die behaupten würden, dass es sich einfach um eine Projektion deines Unterbewussten gehandelt hat. Was auch verständlich ist, denn sie waren nicht dabei. Nur wer so eine Erfahrung am eigenem Leib erfahren hat, weiß dass das, was gerade hier passiert ist, wirklich real war.“
„Ich habe alles so klar, wahrgenommen, Marco. Das war wirklich wundervoll! Danke! Ich glaube es ist wirklich vorbei.“

„Ruf mich an, falls es doch noch, im nach hinein Probleme geben sollte.“ Dann plauderten Lilie und ich noch eine Weile miteinander, bis sie sich auf dem Heimweg machte. Lilie hatte nicht nur für sich Frieden und Heilung gefunden. Dadurch, dass sie den Kontakt zu der Selbstmörderin suchte und ihr über die Heilsitzung, ihren Schmerz mitteilten konnte, bekam auch die Verstorbene die Gelegenheit ihren Fehler zu korrigieren und Lilie ebenfalls um Verzeihung zu bitten. Beide konnten nun ihr jeweiliges Leben auf der jeweiligen Seite des Daseins ungetrübt fortsetzen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zwei wunderbare Heilungen. Und ich dachte bei mir: ‚Das war doch eine wundervolle Erfahrung.’

Ein Anruf kam übrigens nie.

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Die kalte Flasche

Eines guten Tages stand ein alter Freund vor mir und bat mich um eine Sitzung. Wir sahen uns nicht oft, aber wenn wir uns trafen, war es immer eine Freude für uns beide. An diesem Tage sah ich, dass es ihm wirklich nicht gut ging und wir vereinbarten sofort einen Termin. Mein Freund, nennen wir ihn hier Holger, 48 Jahre und ein sehr angenehmer, sympathischer und freundlicher Mann, schilderte mir seine Problematik.

Er erzählte mir, dass er sich vor kurzem an einem Wochenende so fürchterlich betrunken hatte, dass er in einem Krankenhaus aufgewacht war. Dort wurde ihm von den Ärzten mitgeteilt, dass er in einem akuten Stadium eines Deliriums zu ihnen gebracht wurde. Die Ursache für das Delirium war ein starker Alkoholkonsum, der sich wohl über mehrere Tage erstreckt hatte. Holger konnte sich kaum noch an etwas erinnern. Es war eine sehr schreckliche Erfahrung für ihn, in einem Krankenhaus aufzuwachen und solch eine Diagnose gestellt zu bekommen. Er hatte schon immer ein leichtes Alkohol-Problem, wie er es nannte. Aber so schlimm stand es noch nie um ihn. Es beunruhigte ihn so sehr, dass er zum ersten Mal Hilfe in Anspruch nehmen wollte.

Nun wie gesagt, ich kannte ihn ja bereits und wusste von seinen seelischen Problemen. Wir sprachen manchmal darüber und ich sagte ihm dann öfter, dass es vielleicht gut wäre eine Psychotherapie in Erwägung zu ziehen. Er lächelte dann nur und sagte: „Wenn es wirklich mal soweit mit mir kommt, dann komme ich lieber zu dir!“ Dann lachten wir meist und wechselten das Thema.

Ich fragte ihn, was denn kurz vor diesem Wochenende passiert war, dass er daraufhin soviel getrunken hatte. „Eigentlich nichts besonders“, antwortete er. „ Es gab vielleicht in der vorigen Woche etwas mehr Stress bei der Arbeit, aber das kommt ja öfter mal vor. Trotzdem war ich an den Tagen etwas mehr down als sonst. Ich habe das ja öfter mal, wie du weißt.“ „Ja, ich erinnere mich,“ sagte ich und fragte ihn dann weiter: „ Was machst du dann noch mal genau wenn du so eine Phase hast?“ Holger überlegte kurz. „Nun, meist kommt das zum Wochenende. Ich fühle mich dann sehr allein und traurig. Ich kann dir nicht sagen warum. Das kommt ganz plötzlich und wie aus dem Nichts. Dann will ich nur noch allein sein und verbarrikadiere mich zu Hause. Ich lege mich aufs Bett und starre an die Decke. Ich fühle mich dann wie gelähmt, bin kaum fähig zu denken oder mich zu bewegen. Dann fange ich an zu trinken. Solange bis ich blau bin.“ „Kannst du mir sagen wie du dich in so einer Situation dann fühlst?“ „Puh, das ist schwer zu beschreiben,“ antwortete Holger, „ es ist wie eine Mischung aus Angst und Trauer. Es ist wirklich ganz furchtbar.“ Tränen schimmerten in Holgers Augen, dann sagte er: „ Ich glaube ich erzähle das zum ersten Mal…“

„Du sagtest mir mal, dass du ein Adoptiv- Kind bist.“ „Das stimmt“, kam die Antwort, „meine leiblichen Eltern kenne ich nicht. Zu meinen Adoptiv Eltern habe ich aber ein sehr liebevolles Verhältnis.“ „Gut“ sagte ich dann, „wenn du möchtest können wir herausfinden was die Ursache deines Problems ist.“ „Wird das weh tun?“ fragte Holger mit einem leichten Grinsen. Ich lächelte zurück: „ Nun ich denke ganz ohne Schmerz wird es nicht gehen. Aber keine Sorge ich bin bei dir.“ Dann erklärte ich Holger was ich mit ihm vor hatte und er erklärte sich einverstanden. Dann begannen wir mit der Heilsitzung.

Ich stellte mich hinter Holger, den ich bat seine Augen zu schließen und lies meine Heilenergie in ihn hineinströmen. Nach einiger Zeit zuckte er etwas und ich fragte ihn, was er in seinem Geiste sehen würde. Holger schwieg eine Weile, dann antwortete er mit belegter Stimme, dass er bei jemanden auf dem Arm sei. „Bei wem bist du auf dem Arm?“ fragte ich weiter. „ Meiner Mutter. Meiner wirklichen Mutter. Das fühlt sich so wunderbar an. Ich bin so glücklich.“ „Wie alt bist du?“ hakte ich nach. „Ich weiß nicht genau. Vielleicht ein Jahr.“
Dann veränderte sich Holgers Gesichtsausdruck plötzlich. Er sah traurig aus. „Was passiert jetzt?“, fragte ich. „Ein Mann ist gekommen. Meine Mutter und er fangen an zu streiten. Sie sind sehr laut. Meine Mutter legt mich in mein Gitterbettchen zurück.
Nach einiger Zeit des Streitens gehen beide einfach aus dem Zimmer.“ „Was machst du?“ Kurze Pause. Dann antwortete Holger: „ Ich liege weiterhin in dem vergitterten Bettchen und weine vor mich hin. Niemand beachtet mich.“ „Was passiert dann?“, fragte ich wieder.
„Ich liege dort und wimmere vor mich hin. Ich weiß nicht wie lange. Es ist so schrecklich, niemand kommt. Ich bin vollkommen am Ende. Ich schlafe ein.“ Ich fragte weiter:“ Was passiert als nächstes?“

„Ich bin wieder wach. Immer noch allein und starre an die Decke. Ich fühle mich furchtbar. Ich habe solche Angst, ich will zu meiner Mutter aber da ist niemand. Ich bin so einsam und ich habe solchen Hunger. Ich schreie und schreie aber irgendwann schlafe ich vor Erschöpfung wieder ein.“
Eine kurze Pause folgte dann machte Holger weiter und sagte: „ Ich werde wach. Ich höre Stimmen und Schritte. Die Tür geht auf. Da sind Männer und Frauen. Ich kenne sie nicht. Sie holen mich aus dem Bettchen und eine Frau nimmt mich auf den Arm. Sie spricht tröstende Worte dann bringen sie mich weg. „Wie fühlst du dich?“ fragte ich Holger. „Vollkommen erschöpft und irgendwie verwirrt. Aber ich bin auch froh, dass jemand gekommen ist.“

„Was kommt dann?“ Holger holte kurz Atem dann berichtete er weiter: „ Man bringt mich in ein Krankenhaus. Ich liege wieder in einem Gitterbettchen. Da sind auch noch andere Kinder. Ich kann sie hören. Wo ist meine Mama? Ich weine wieder. Es kommt jemand. Eine Frau. Ich kenne sie nicht. Sie nimmt mich auf den Arm und gibt mir eine Flasche zu trinken. Aber irgendwie ist die Frau nicht herzlich. Irgendwie ohne Liebe. Sie macht nur ihren Job. Ihre Umarmung fühlt sich kalt an. Die Flasche die sie mir gibt fühlt sich kalt an. Sie gibt mir eine kalte Flasche…Dann liege ich wieder und starre an die Decke und sehe das kalte Licht der Lampen. Ich bin wie paralysiert. Ich liege nur so da und starre vor mich hin. Manchmal weine ich. Aber da weinen noch viele andere. Manchmal dauert es bis jemand kommt. Ich möchte in den Arm genommen werden, das mich jemand befreit. Dann kommt wieder diese Frau und gibt mir die Flasche. Aber sie fühlt sich wieder so kalt an. Eine kalte Flasche…“

Holger beendet seine Erzählung damit, dass dann später seine Adoptiveltern kamen und ihn zu sich nahmen. Von da an ging es ihm dann besser. Trotzdem vermisste er seine Mutter furchtbar und diesen Schmerz trug er immer mit sich. Später als er dann seine ersten Beziehungen hatte zog er immer Frauen an die ihn bald wieder verließen. Diese Erfahrungen waren immer sehr traumatisch für ihn. Er begann zu trinken um den Schmerz zu betäuben, legte sich aufs Bett, starrte an die Decke und fühlte sich wie paralysiert. Nachdem Holger seine Erzählungen beendet hatte fragte ich ihn wo er dieses Gefühl der „kalte Flasche“ her kenne.
Er sagte: „Das ist als wenn ich trinke. Ich trinke Alkohol meist aus der Flasche wenn ich allein bin. Dann ist das die kalte Flasche aus meiner Kindheit!? Mein Ersatz dafür?“ „Genau“, bestätigte ich. „Die kalte Flasche ohne Liebe.“ „Aber warum tue ich das? Das hat mir doch nicht gut getan. Das ist doch paradox. Wieso wiederhole ich diese Gefühle?“ Ich antworte Holger daraufhin: „ Dein Unterbewusstsein hat dieses Trauma von damals abgespeichert und jedes Mal, wenn du in eine ähnliche Situation kommst, also z.B. von einer Frau verlassen wirst, dann erinnert sich das Unterbewusste an dieses alte Trauma wo du deine Mutter verloren hast und solange alleine warst.
Es spielt dann diese alten Gefühle wieder ab und du fühlst all den Schmerz von damals. Das paradoxe daran ist, dass du dann das selbe tust was du damals getan hast. Du legst dich hin. Meist an einem Wochenende, also über mehrere Tage liegst du einfach nur da. Genauso wie du damals als Kleinkind dagelegen hast. Du fühlst die selben Dinge wie damals. Angst, Verwirrung und du bist wie paralysiert.
Und dann trinkst du Alkohol aus der „kalten Flasche“. Erst als du als Kleinkind im Krankenhaus warst, hast du die erste richtige Zuwendung bekommen. Leider von einer überarbeiteten Krankenschwester, die die Liebe deiner Mutter nicht ersetzen konnte. Sie gab dir die Flasche, die du als kalt, also als lieblos, empfunden hast. Trotzdem war es auf eine bestimmte Weise Zuwendung und Aufmerksamkeit die du dadurch bekamst. Es linderte also deinen Schmerz schon etwas, aber eben nicht völlig.

Wenn ein Kind oder Baby solch ein Erlebnis hatte, sucht es oft die Schuld bei sich selbst. Es glaubt, dass es Schuld sein muss, dass es wohl etwas falsch gemacht haben muss, sonst wäre Mama doch nicht fortgegangen. Aus diesen unterbewussten Schuldgefühlen zerstörtest du dich dann als Erwachsener selbst, durch das übermäßige Trinken von Alkohol, weil es die heutige Interpretation für die „kalte Flasche“ ist. Für einen Augenblick bekommst du dadurch deinen vermeintlichen Trost. Auf der anderen Seite kannst du dich aber weiter zerstören weil du glaubst du bist nicht lebenswert / liebenswert.“

Holger liefen die Tränen, dann sagte er: „ Jetzt verstehe ich endlich warum ich das tue.“
Ich führte Holger dann auf der spirituellen Ebene mit seiner Mutter zusammen und er klärte dann mit ihr, warum sie damals nicht mehr zurück kam. Dann ging der Erwachsene Holger zu dem kleinen Holger und holte diesen endlich aus diesem Gitterbettchen im Krankenhaus heraus. Er gab ihm den Trost, den er brauchte und erklärte ihm, dass er nichts dafür konnte was damals passiert war. Er erklärte dem kleinen Holger ganz genau, warum seine Mama damals nicht mehr zurück kam. Dann versprach er den Kleinen, immer für ihn da zu sein und nahm den Kleinen dann mit in sein jetziges Leben.

Wir beendeten die Heilsitzung und ein glücklicher Holger lachte mich an. Er sollte von jetzt an für immer von seinem Alkoholproblem befreit sein.

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Nachricht von einem Toten

Für ein kleines Filmprojekt über meine Arbeit suchte ich Probanden, die bereit waren vor einer Kamera eine Heilsitzung mitzumachen. Ein Mann meldete sich auf meinen Aufruf. Nennen wir ihn Peter. Peter fragte per E-Mail für seine Frau Sabine an. Sie hatte diverse Anliegen. Unter anderem Ängste und Probleme mit dem Selbstwert.

Damals wusste ich noch nicht, dass die Heilsitzung mit dieser Dame völlig anders verlaufen sollte, als ich es ursprünglich gedacht hatte. Denn als das ganze ins Rollen kam, war mir nicht klar, dass ich mit einem Todgeweihten korrespondierte. Als wir uns treffen wollten, um alle wichtigen Fragen zu klären, rief Sabine eine halbe Stunde vor diesem Termin an um abzusagen. Sie teilte mir mit, dass ihr Mann in eine akute Psychose gefallen sei, was Phasenweise bei ihm vorkam und nun könnten sie leider nicht kommen. Einige Tage später meldete sie sich ein weiteres Mal, um mir zu sagen, dass ihr Peter nicht mehr am Leben sei. Er hatte sich unter dem Einfluss der Psychose aus der Wohnung geschlichen und sich vor eine Bahn geworfen. Er war sofort tot.

Das war natürlich eine furchtbare Nachricht. Ich hatte Peter nie persönlich kennen gelernt, trotzdem machte mich diese Neuigkeit betroffen. Sabine sagte mir, dass sie trotz ihres Verlustes eine Heilsitzung machen wolle. Zwar nicht sofort, aber später, wenn die erste Trauer verarbeitet sei. Ich erklärte mich einverstanden und zwei Monate später trafen wir uns dann. Sabine setze sich mir gegenüber und als ich sie nach ihren Problemen fragte, bemerkte ich, dass etwas anders war als sonst. Ich spürte, dass noch jemand anderes anwesend war, als nur Sabine der Kameramann und ich.
Sabine konnte nur schwer über ihr Problem reden und immer wieder kam sie auf ihren Mann zu sprechen. Sie weinte und ihr ganzer Kummer kam an die Oberfläche. Ich fragte sie, ob sie sich irgendwelche Vorwürfe wegen seines Todes machen würde? Sie bejahte meine Frage. Sie würde sich immer wieder fragen, ob sie es nicht doch hätte verhindern können. Natürlich trug sie keine Schuld daran. Wie sollte sie? Peter war krank. Weder er noch Sabine konnten etwas dafür, dass er sich umgebracht hatte. Intellektuell war das Sabine auch klar, aber emotional konnte sie sich von diesen Schuldgefühlen nicht freimachen. Ihre Gedanken kreisten permanent um diese Frage. Ich wusste, dass egal was ich ihr jetzt auch sagen würde, es würde nicht reichen, um sie von den Schuldgefühlen zu befreien. Also musste sie mit Peter selbst reden. Natürlich war er tot, aber ich vermutete, dass diese Präsenz, die ich gleich am Anfang des Gespräches verspürte, er sein könnte. Diese Möglichkeit wollte ich nutzen.

Ich bat Sabine aufzustehen und ihre Augen zu schließen. Dann lies ich meine Heilenergie über meine Hände in sie hineinströmen. Sabine entspannte sich nach und nach mehr. Nach einiger Zeit bat ich sie, sich auf ihren Peter zu konzentrieren. Sie bestätigte mir ihn im Geiste bereits zu sehen. Schon als ich angefangen hatte manifestierte er sich.

Sie wollte ihn in ihre Arme schließen und ich munterte sie dazu auf, es zu tun. Wie ein Pantomime nahm sie daraufhin einen unsichtbaren Peter in ihre Arme. Sabine weinte voller Freude. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, dass unserem Kameramann förmlich die Spucke wegblieb. So was sah man natürlich nicht alle Tage. Nach einiger Zeit bat ich Sabine, Peter zu fragen, ob sie vielleicht Schuld daran hätte, was mit ihm passiert war. Sie nickte und ich sah wie sie innerlich mit ihrem imaginären Mann sprach. Dann seufzte sie laut und sagte mir, dass er sie vollkommen von aller Schuld frei sprach. Sie konnte nichts dafür. Er liebte sie für alles was sie für ihn getan hatte. Sabine liefen Tränen der Erleichterung über die Wangen.

Eine Zeitlang tauschten die beiden sich dann noch über private Dinge aus und dann war es Zeit, Peter wieder gehen zu lassen. Die beiden verabschiedeten sich von einander. Danach kümmerten wir uns noch um Sabines eigentliches Anliegen und auch dieses konnte sie in Frieden mit sich lösen. Später fragte ich mich, ob Peter vielleicht schon unbewusst wusste, dass er bald von uns gehen würde und mich deshalb ausgesucht hatte.

Möglich wäre es. Wer weiß schon, welche Stühle und Tische hinter dem Vorhang des Theaters des Lebens, gerückt werden? Man mag an Geister glauben oder nicht, das einzig Wichtige war, dass Sabine von ihren Schuldgefühlen befreit war. Sie berichtet mir später, dass sie keine Trauer mehr verspüre. Sie konnte Abschied nehmen und nun glücklich ihr Leben weiterleben. Auch Peter konnte seine Reise auf der anderen Seite nun in Frieden fortsetzen.

Copyright Marco Hennings

Schock schwere Not


In meinem vorigen Artikel, „Wenn Reiki zur Qual wird“, habe ich von
Traumata gesprochen, die durch die Reiki- Einweihung reaktiviert werden können. Auf diese Thematik möchte ich genauer eingehen.
Wie kommt es zu so einem Trauma und warum kann es dann zu einen späteren Zeitpunkt plötzlich reaktiviert werden?

Viele Menschen, die zu mir in die Heilsitzungen kommen, haben oft, ohne es zu wissen, mit solch einem Trauma aus ihrer Kindheit zu tun.

Sie spüren zwar die Auswirkungen verschiedener Symptome wie z.B. einer Phobie, Angst, Depression oder mangelnden Selbstwertgefühles, können diese Gefühle aber nicht mehr mit der Ursache, dem traumatischen Ereignis aus ihrer Kindheit, in Verbindung bringen.

Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein solche seelischen Verletzungen unter ganz bestimmten Bedingungen, einfach ins Unbewusste verdrängen kann.

Unser Unterbewusstsein ist nicht nur für die automatischen Vorgänge in unserem Leben zuständig wie z.B. die Steuerung von Körperfunktionen wie Herzschlag oder der Atmung. Es kann noch viel mehr, denn es funktioniert wie ein Computer, der mit vielen Programmen ausgestattet ist und auf ganz bestimmte Eingaben unseres Bewusstseins reagiert. Eines dieser Programme hat zum Beispiel die Funktion uns zu beschützen. Das ist großartig, hat aber auch einen Hacken, denn es kann nicht wie unser Bewusstsein zwischen gut oder schlecht unterscheiden.
Daraus können unter bestimmten Vorrausetzungen viele Probleme entstehen.

Aus der Ethologie ( die Beobachtung von wilden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ) weiß man, dass Beutetiere selten traumatisiert werden obwohl sie häufig sogar mehrere Male am Tag heftigen Bedrohungen ausgesetzt sind. Tiere besitzen die angeborene Fähigkeit, sich schnell von einen Trauma zu regenerieren indem sie zittern, schnelle Augenbewegungen machen, am ganzen Körper beben, keuchend Atmen und Bewegungen vervollständigen. Das tun sie solange bis ihr Körper zu seinem Gleichgewicht zurückkehrt. Diesen Vorgang nennt man Homöostase. Auch wir Menschen teilen uns diesen Mechanismus mit den Tieren.

Stellen wir uns einmal vor, wie ein kleines Kind beim Spielen mit seinem Fahrrad stürzt. Es erschrickt sich und tut sich dabei weh. Sofort fängt es an zu weinen und seine Mutter eilt herbei. Die Mama nimmt unser Kleines liebevoll in ihre Arme und tröstet es mit beruhigenden Worten. Das Kind weint, zittert und atmet schnell. Nach einer Weile wird es nach und nach weniger, bis es sich wieder völlig beruhigt hat. Kurz darauf springt das Kleine wieder auf sein Fahrrad und spielt einfach weiter als wäre nichts gewesen.

Was wir hier gerade erlebt haben stellt den Idealfall dar und zeigt wie perfekt das Schutzprogramm unseres Unterbewusstseins funktioniert. Wenn wir stürzen oder uns Verletzen, stehen wir für einige Momente unter Schock. Um solch einen Schock zu bewältigen reagiert unser Unterbewusstsein mit einer tollen Gegenmaßnahme. Dem Weinen. Durch diese Reaktion schütteln wir uns den Schock förmlich wieder aus den Gliedern. Etwa so, wie ein Blitz der in ein Haus einschlägt, der aber von einem Blitzableiter in den Boden abgelenkt wird.

Nun, dann könnte man ja sagen, dass alles in bester Ordnung ist und dass niemand unter einem Trauma leiden muss, weil sich das Unterbewusste ja selbst zu helfen weiß!?

Aus folgenden Gründen ist es leider nicht immer so.

Erstens sind wir viel komplexer gestrickt als unsere Freunde aus dem Tierreich. Zweitens unterdrücken und hemmen wir oft den Prozess aus Scham, was Tiere nicht tun, weil sie solche Gefühle nicht kennen. Und drittens, weil uns in der Schocksituation Angst oder Schuldgefühle gemacht wurden.

Stellen wir uns jetzt noch einmal unser Kind mit dem Fahrrad vor. Es stürzt und fängt an zu Weinen. Seine Mutter kommt hinzu, erschrickt sich aber selbst über den Unfall und anstatt ihr Kind zu trösten, fängt sie sofort an es auszuschimpfen. „Ich habe dir doch gesagt das du vorsichtig fahren sollst. Das hast du jetzt davon. Du bist selbst Schuld! Pass nächstes mal besser auf sonst nehme ich dir das Fahrrad weg.“

Wir erinnern uns, dass wir bei einem Unfall für einen gewissen Zeitraum unter Schock stehen. Stehen wir unter Schock ist es so als stünden wir unter Hypnose. Unser Unterbewusstsein ist in diesem Zustand äußerst suggestibel und alles was gesagt wird, kann dann direkt ins Unterbewusste gehen. Je jünger wir sind, um so größer ist die Gefahr, dass wir ein Trauma von dieser Sache zurückbehalten. Die Widerstandskraft gegen Suggestionen ist bei kleinen Kindern noch nicht so gegeben wie zum Beispiel bei einem Erwachsenen.

Während im ersten Fallbeispiel unser weinendes Kind von seiner Mutter einen geschützten, liebevollen Rahmen bekommt um die Schockenergie auszuschütteln, passiert dieses im zweiten Beispiel nicht. Das Kind bekommt zu seinen Schreck noch Angst und Schuldgefühle hinzu. Der Schock kann nicht ausgeschüttelt werden und die Schockenergie wird direkt mit den Angst und Schuldgefühlen ins Unterbewusste verdrängt.

Als ich elf Jahre alt war, machte ich in den Sommerferien mit meinen Eltern in Dänemark an der Nordsee Urlaub. Ich spielte am Strand mit einen kleinen, vielleicht acht oder neunjährigen Mädchen. Irgendwann gingen wir ins Wasser um zu Baden. Plötzlich wurde das Mädchen abgetrieben, kam in tieferes Wasser und drohte zu ertrinken. Ich bemerkte es erst als sie um Hilfe rief und erschrak fürchterlich. Ich konnte nicht Schwimmen und durch den Schrecken ( Schock), stand ich handlungsunfähig und wie gelähmt da. Der Vater der kleinen hörte ihre Rufe, rannte ins Wasser und rettet sie. Als er sie zu ihrem Liegeplatz brachte, löste sich meine Körper-starre und auch ich bewegte mich zurück zum Liegeplatz meiner Eltern.

Unser Liegeplatz war oben in den Dünen und ich musste über den ganzen Strand gehen um dort anzukommen. Ich schämte mich schrecklich, weil ich glaubte Schuld an diesen Unfall zu haben. Ich hatte das Gefühl, dass mich alle Leute am Strand anstarrten und mir ebenfalls die Schuld dafür gaben. Vor Scham schaute ich die ganze Zeit auf dem Weg zu unseren Liegeplatz auf den Boden. Alarmiert durch die Rufe und der Aufregung am Strand war mein Vater aufgestanden um zu sehen was passiert war. Er war sehr wütend auf mich und schimpfte auf mich ein. „Warum hast du ihr denn nicht geholfen? Du hättest doch nur nach ihr greifen und sie ins flachere Wasser ziehen müssen! Was ist den los mit dir? Sie hätte ertrinken können!“ Seine Worte trafen mich hart zu meinem Schock. Ich setzte mich ohne etwas sagen zu können auf meinen Platz und kämpfte mit meinen Tränen.

An diesem Tag ging ich nicht mehr an den Strand hinunter und mein Vater und ich sprachen nie wieder darüber. Meine Schockenergie konnte nicht ausgeschüttelt werden und verschwand mit den Schuld und Angstgefühlen direkt in meinem Unterbewusstsein. Viele Jahre später, als ich längst nicht mehr daran dachte, wurde dieses Trauma wie ein Schläfer einer Terrorzelle erweckt und begann sein zerstörerisches Werk.

Als ich mit einundzwanzig mit meiner Clique an die Ostsee fuhr, überkamen mich am Strand plötzlich seltsame Gefühle. Eigentlich hatte ich mich gefreut mit meinen Freunden einen schönen Strandtag zu erleben. Aber als ich so auf meinem Strandhandtuch lag fühlte ich mich auf einmal sehr beschämt und ängstlich. Ich mochte weder von meinem Platz aufstehen um ins Wasser zu gehen noch um ein Eis zu essen. Außerdem fühlte ich mich von den anderen Badegästen irgendwie beobachtet.

Meine Freunde waren sehr verwundert über mein Verhalten und ich erklärte es ihnen damit, dass ich einfach keine Lust dazu hatte. Diese Gefühle wiederholten sich Regelmäßig wenn ich an einem Strand war. Ich konnte es mir nicht erklären und versuchte damit zu Leben. Erst als ich in den Dreißigern war und deswegen bei Malcolm Southwood, einem englischen Heiler war, konnte ich diese Geschichte, also die wirkliche Ursache für mein Problem aufdecken und das Trauma auflösen.

Kommen wir nun noch einmal zurück zu unserem zweiten Fallbeispiel. Stellen wir uns das Kind zwanzig Jahre später vor. Es ist nun ein Erwachsener und lebt sein Leben. Jedes mal wenn er Fahrrad fährt, überkommt ihn ein komisches Gefühl. Eine Mischung aus Angst und Unsicherheit. Wenn es geht, versucht er so wenig wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren um diese Gefühle zu vermeiden.
Eigentlich findet er das schade, denn als Kind ist er doch immer so gerne Rad gefahren…

Wenn solch eine Schockenergie in unserem Unterbewussten „fest sitzt“, kann diese später mit all ihren anhängenden Gefühlen durch eine ähnliche Situation reaktiviert werden. Dann bekommen wir plötzlich, wie aus heiterem Himmel, Angst oder Panik für die wir keine rationale Erklärung haben.

Befinden wir uns in einer Situation, die zu einem früheren Zeitpunkt in unserem Leben ein Trauma verursacht hatte, wird uns das Unterbewusstsein mit Warnsignalen zur Vorsicht mahnen. Tritt die gleiche Situation noch einmal ein, wird es mit Symptomen wie Phobie oder Panik reagieren.
Die Ursache zur Reaktivierung war bei mir der Strand und das Wasser. Bei unserem Fallbeispiel war es das Fahrrad. Wir haben es also nicht mit einer realen Bedrohung zu tun, sondern mit den Gefühlen einer längst vergangenen Zeit, eines längst vergessenen Traumas. Ein plötzlicher Schock in der Kombination mit Angst und Schuldgefühlen war damals der Nährboden für das Trauma.

Viele Leute glauben, dass man ein Trauma erst bekommt, wenn man zum Beispiel Opfer einer schweren Gewalttat war. Peter A. Levine und Magie Kline, Autoren des Buches „Verwundete Kinderseelen Heilen“, sagen dort: „Trauma ist möglicherweise die am meisten angefochtene, ignorierte, verharmloste, verleugnete, missverstandene und nicht behandelte Ursache für menschliches Leiden.“

Wir sehen also, dass Traumatisierung nicht nur durch katastrophale Ereignisse wie Missbrauch oder Gewalt verursacht wird. Natürlich ist das Ausmaß der Belastung ein wichtiger Faktor, aber er definiert ein Trauma nicht. Auch kleine Vorfälle, deren Folgen verharmlost werden, können ein Auslöser sein. Kleine Verletzungen, Stürze oder Unfälle, Scheidungen, Trennungen, ein unvorhergesehenes Ereignis, usw.

Geht so ein Mensch nun zu einem Heiler, und lädt dieser das elektromagnetische Feld seines Klienten auf, kommt es in diesem unwillkürlich zur Freisetzung aufgestauter Gefühle. Meist liegen diese unmittelbar unter der Oberfläche und werden nur durch ein, sich wehrendes Bewusstsein, in Schach gehalten. Doch in dem, durch die Heilbehandlung ausgelösten meditativen Zustand, wird die Schranke geöffnet, und die Gefühle brechen heraus.

Bei einer Reiki- Einweihung wird ebenfalls unser elektrisches Feld aufgeladen. Eine zusätzliche Aufladung erfährt es auch noch durch die, mit Reiki aneinander übenden, Schüler.
Dadurch erfahren wir einen entspannten und meditativen Zustand. Genauso so wie in einer Heilbehandlung.

Also ist es kein Wunder, dass wir nach einer Einweihung in den ersten Reiki- Grad plötzlich mit Gefühlen konfrontiert werden können, die eigentlich von einem alten Trauma stammen . Ein erfahrener Lehrer weiß in einem solchen Fall genau was er zu tun hat damit sein Schüler diese Krise ohne weitere Probleme meistern kann.

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Marco Hennings