Das Gesetz der Wiederkehr

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Es gibt viele feststehende Gesetze im Universum. Das Gesetzt von Tag und Nacht. Von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Von Geburt und Tod. Diese sind uns immer bewusst. Mehr oder weniger.

Eines der wichtigsten Gesetze aber, ist nur den wenigsten Menschen bekannt.
Und das obwohl dieses genauso schwerwiegt, wie die oben bereits genannten Gesetzmäßigkeiten.

Es handelt sich um das Gesetzt der Wiederkehr.

Das Gesetzt der Wiederkehr bringt uns jeden Gedanken zurück, den wir aussenden. Jeder Gedanke, den wir denken, verlässt uns und kehrt wie ein Bumerang zu uns zurück.

Wenn wir Gedanken aussenden, die anderen schlechtes wünschen, so kehren sie zu uns zurück und vergiften unseren Körper und Geist. Sie machen uns hässlich und krank.

Wenn wir wohlwollend Gedanken aussenden, so kehren diese ebenfalls zu uns zurück, erfüllen uns aber stattdessen mit Gesundheit, Glück, Schönheit und Liebe.

Desto mehr wir uns mit zerstörerischen Gedanken beschäftigen umso mehr werden wir uns schlussendlich selbst damit zerstören. Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Negative Gedanken kreieren zeitgleich die passenden Gefühle dazu. Wie Wut, Ärger, Hass, Angst, Schuldgefühle, Trübsal, usw.

Diese negativen Gefühle erzeugen sofort wieder neue negative Gedanken. Ein Teufelskreis entsteht. Die Katze beißt sich selbst in den Schwanz.

Das Problematische daran ist, dass wir von negativen Gedanken und Gefühlen süchtig werden können wie von einer Droge. Dann können wir nicht mehr damit aufhören, negative Energien zu erschaffen. Wir konzentrieren uns in unserer Außenwelt auch nur noch auf Probleme, die solche negativen Energien in uns erzeugen.

Die Folge davon ist nicht nur, dass wir uns selbst damit Schaden zufügen. Wir tyrannisieren dann mit unseren unkontrollierten Ausbrüchen auch noch unsere direkte Umgebung. Die Familie, Kollegen, und andere unschuldige Menschen müssen dann unter ihnen leiden.

Viele Menschen behaupten, dass es in Ordnung sei seinen Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen. Das Umfeld müsste sie gefälligst so akzeptieren, denn für ihre Gefühle könnten sie ja nichts. Das ist aber barer Unsinn und auch reine Faulheit.

Wir haben es selbst in der Hand für welche Gefühle wir uns entscheiden. Wir selbst sind die Meister unserer Gedanken. Es liegt also immer in unser eigenen Verantwortung, welche Gefühle und Gedanken wir zulassen wollen und welche nicht. Niemanden sonst können wir dafür verantwortlich machen.

Alle unsere Gefühle sind reine Energieformen und uns ist nicht bewusst wieviel Kraft sich hinter unseren Emotionen verbergen. Sind sie positiver Natur erfüllen sie uns mit Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Das liegt daran, dass Liebe eine höhere Schwingung besitzt als Hass oder Wut.

Das eine kommt aus dem höheren Selbst, dass andere aus den trieben das Egos, welches eine niedrigere Schwingung besitzt.

Jeder gute Gedanke ist eine Blume, und jeder böse Gedanke ist ein Dorn.

Frohe Gedanken und rechtschaffene Handlungen bereitet uns glücklichen Lebenswandel.

Wünsche also nie jemanden etwas schlechtes, denn nun kennst du das Gesetz der Wiederkehr.

Das größte Gut im Leben sind glückerfüllte Gedanken.

Die Lebenskunst besteht also darin, so viele segenspendenden Gedanken wie möglich auszusenden.

Der unsichtbare Bruder

Einer der Gründe, warum ich immer wieder darauf Hinweise weshalb man bei Erkrankungen nicht nur auf die Symptome, sondern vor allem die Ursache für die Krankheit oder des Problems herausfinden sollte, beschreibt mein nächstes Fallbeispiel.

Bei einem meiner Reiki Seminare zum 1.Reiki Grad machte sich bei einer meiner Teilnehmerinnen ein Trauma bemerkbar. Die Aufgabe bestand darin die gerade erlernten Reiki Positionen mit anderen Teilnehmern im Sitzen zu üben. Alle Schüler, bis auf die eine, hatten dabei positive und entspannende Gefühle. Birte ( Name geändert ) hatte folgendes Problem: Sobald der Reiki- Gebende in die Nähe ihres Hals- Chakras kam, verspannte sich ihr Nacken. Außerdem hatte sie das Gefühl, als würde sie einen dicken Kloß im Hals haben der ihr die Luft abdrückt. Des weiteren bekam sie Angst und Panik Gefühle und sie konnte die Tränen kaum zurückhalten. Erst als der Reiki- Gebende Schüler beim Sakral- Chakra angekommen war, beruhigte sich Birte wieder etwas. Alles in allem keine besonders schöne Erfahrung für sie.

Meine Schüler fragten mich natürlich was hier schiefgelaufen war. „Nichts“, antworte ich. „Reiki erfüllt nur seine Aufgabe. Nämlich zu heilen.“

Erstaunte Gesichter schauten mich an. „Aber Marco, Birte geht es nicht besser,“ wandten meine Schüler ein. Birte schluchzte leise vor sich hin. „Das stimmt“, erwiderte ich, „die Reiki Energie hat durch ihre entspannende Wirkung ein altes Trauma geweckt. Es handelt sich hier also um alte Gefühle, die durch die Reiki- Arbeit verstärkt zu Tage traten. Meist liegen diese unmittelbar unter der Oberfläche und werden nur durch ein, sich wehrendes Bewusstsein, in Schach gehalten. Doch in dem, durch die Reiki- Behandlung ausgelösten meditativen Zustand, wird die Schranke geöffnet, und die Gefühle brechen heraus.“

Ich wandte mich an Birte. „Hast du diese Verspannungen auch so im Alltag?“
„Oh, ja sehr oft“, erwiderte sie. „Auch das mit dem Kloß im Hals. Ich bin Sängerin und oft bekomme ich diese Gefühle dann bei einem Auftritt, was äußerst hinderlich ist.“

„Wie lange hast du diese Gefühle schon?“ fragte ich weiter.
„Ich glaube schon immer. Jedenfalls kommt es mir so vor.“

„Wie war deine Geburt?“
Birte antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Die Geburt meiner Tochter verlief ohne Komplikationen. Obwohl ich etwas Angst hatte das ihr etwas passieren könnte.“
„ Nein, ich meinte eigentlich, wie deine Geburt war.“ sagte ich um dann hinzuzufügen: „Was meinst du damit, dass du Angst hattest, dass deiner Tochter bei der Geburt etwas passieren könnte?“

„Nun, eigentlich müsste ich einen anderthalb Jahre älteren Bruder haben. Er ist aber bei der Geburt verstorben. Es gab Komplikationen und die Nabelschnur hatte sich dabei um seinen Hals gelegt. Meine Mutter hatte große Angst, dass auch mir so was passieren könnte. Und als ich dann schwanger war, hatte ich auch Angst vor so was.“

Nun war mir alles klar. Ich fragte Birte, ob ich ihr helfen sollte sie von diesen Gefühlen zu befreien.
„Das wäre schön.“ antworte sie.

Ich setzte mich zu ihr und ließ mit Hilfe meiner speziellen Heilmethode, meine Heil-Energie in sie hinein fließen, um sie in einen anderen Bewusstseinszustand zu versetzen. Nach einigen Minuten begann Birte wieder leicht zu weinen. Ich bat Birtes Unterbewusstsein ihr die eigentliche Ursache ihres Problems zu zeigen.

Nach einiger Zeit sah sie ein Bild wo sie zwei Babys mit einer Nabelschnur verbunden sah. Sie erkannte sich selbst und ihren verstorbenen Bruder in diesem Bild. Daraufhin bat ich sie, in die Geschichte ihres Bruders zu gehen. Augenblicklich ging sie unter Tränen in die Geburtsphase ihres Bruders und erlebte seinen Sterbeprozess am eigenen Leib. Sie spürte all die Angst und den Schmerz, den ihr Bruder erleben musste.
Danach fragte ich sie was sie jetzt sehen würde. Birte lächelte und sagte ihr Bruder strahlt und leuchtet förmlich. Ich bat sie ihm in die Arme zu nehmen und ihm all den Trost zu geben, den er damals nicht bekam. Birte ließ sich nicht zweimal dazu auffordern. Sie nahm ihn in ihre Arme und gab ihm all ihre Liebe. Dann sagte sie ihm, dass es jetzt vorbei ist und das er gehen könne. „Von jetzt an bist du frei“. Dann ließ sie ihn gehen.

Als ich Birte in diese Realität zurück holte, bat ich sie ihren Kopf und Nacken zu Bewegen. Sie tat dies ohne irgendwelche Beschwerden. Birte strahlte mich an: „Es ist weg, Marco!“

Wir versammelten uns alle um Birte und meine Schüler fragten mich, was denn nun genau passiert war.

Die Energie des Sterbeprozesses von Birtes Bruder hatte sich nach der missglückten Geburt weiterhin in der Gebärmutter aufgehalten. Als Birte dann den Platz in der Gebärmutter bekommen hatte, um ihren eigenen kleinen Körper zu erschaffen, verband sich diese alte Energie mit all dieser Angst und den Gefühlen, die ihr Bruder beim Sterbeprozess hatte mit Birtes Lebensenergie. Verstärkt wurde das Ganze dann auch noch durch die Angst besetzten Gedanken ihrer Mutter.

Es handelte sich also nicht um Birtes Gefühle, sondern um die ihres Bruders. Als Birte diesen Umstand in der Heilsitzung begriff, konnte sie diese Energien bewusst loslassen und sich selbst von dem Problem befreien. Die Nabelschnur, die beide Babys miteinander verband war nur eine Metapher von Birtes Unterbewussten. Es sollte nur auf die energetische Verbindung der beiden aufmerksam machen.

„Aha“, sagten meine Schüler,“ und was sollen wir tun, falls wir später selbst bei unseren Reiki- Klienten so ein Trauma wecken?“

„Nun, das wird natürlich nicht bei jeden Klienten passieren, aber falls ihr doch einmal in solch eine Situation kommen solltet, dann tut ihr folgendes…“

Falls du, lieber Leser, nun auch wissen möchtest wie du dich in solch einer Situation verhalten solltest, dann kann ich dir nur ans Herz legen eines meiner Seminare zu besuchen, um meine wunderbare Methode des geistigen Heilens selbst zu erlernen.

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Marco Hennings

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Permanente Traurigkeit

Eine Klientin erzählte mir, dass ihr ein Therapeut gesagt hätte, dass es normal wäre wenn sie eine latente Traurigkeit verspüren würde. Es gäbe solche und solche Menschen und sowas wäre nicht ungewöhnlich und man soll das auch nicht überbewerten. Meine Klientin fand sich mit dieser Aussage ab und dachte von da an, dass ihre Traurigkeit etwas völlig normales wäre. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Erklärung dieses Therapeuten doch sehr überraschte und ich selten so einen Unsinn gehört habe. Es ist keineswegs „normal“ wenn man jeden Tag traurig ist.

Niemand ist auf natürliche Weise unglücklich. Kein Mensch ist durch seine Gene darauf programmiert, täglich traurig zu sein. Hinter solch einer latenten Traurigkeit finden wir immer verdeckte, oft vergessene Gefühle von Kummer, Wut oder Schuld aus einer anderen Zeit. Wenn wir die Geschichte dieser Frau betrachten, dann wird selbst dem Laien schnell klar, warum sie eine solche Traurigkeit verspürte. Bis zu ihrem 7 Lebensjahr hatte sie eine schöne Kindheit. Sie hatte eine tolle Familie die aus Vater, Mutter und einer älteren Schwester bestand. Als aber ihre Mutter, die sie über alles liebte, an Krebs erkrankte, veränderte sich alles. Alle hatten Angst um sie und eines Tages, als alle dachte, das schlimmste wäre überstanden und der Krebs wäre besiegt, da wurde sie durch ein Autounfall aus dem Leben gerissen. Ein wirklich schweres Trauma für die zurückgebliebenen Familienmitglieder.

Die ältere Schwester musste sogar mit ansehen, wie die Mutter vor ihren Augen von dem Auto erfasst wurde und am Unfallort verstarb. Ihr Vater wurde nach dem Tot seiner Frau zu einem Tyrannen und trieb seine Kinder aus dem Haus. Die Geschwister konnten danach keine Verbindung zueinander aufbauen und hatten lange Schwierigkeiten liebevolle Beziehungen zu führen. Schuld und Verlustgefühle bestimmten ihr Leben.

Man muss verstehen, dass unser Unterbewusstsein viel Energie aufwenden muss um solche Emotionen eines Traumas zu Unterdrücken. Es kann sich dabei aber nicht nur auf die Wut oder den Kummer beschränken. Jegliche positiven Gefühle werden dann meist genauso unterdrückt. Was dann übrig bleibt ist eine latente, undefinierbare Traurigkeit.
Hilft man einem solchen Menschen nun, z.B. mit meiner wunderbaren Methode des geistigen Heilens, die Ursache seiner Gefühle aufzudecken, dann bekommt er damit die Möglichkeit sich selbst von der Wut, der Angst oder den Schuldgefühlen zu befreien und zu heilen. Manchmal höre ich von Klienten, dass sie Jahre lang Therapie gemacht haben aber ohne die gewünschten Ergebnisse.

Nun das liegt oft daran, dass der Erwachsene ja nicht das Problem hatte sondern das Kind was er einmal war. Also helfe ich dem Erwachsenen einen Zugang zu seinem inneren, verletzten Kind zu bekommen. Hat der Erwachsene erst einmal einen solchen Zugang zu seinem Innern Kind hergestellt, dann bekommt er auch einen Zugang zu seinem Trauma und somit auch die Möglichkeit, unter der richtigen und liebevollen Anleitung, sich selbst zu heilen.

Copyright Marco Hennings

Suizid am Wegesrand

Schuldgefühle sind etwas, was wir alle irgendwann einmal im Leben kennen gelernt haben.Einige dieser Gefühle haben für uns einen sehr bewussten Ursprung, während andere dieser Gefühle für uns nicht mehr klar ersichtlich sind, weil diese tief in unserem Unterbewussten verborgen sind. Manche dieser Schuldgefühle konnten wir loswerden, an anderen rühren wir besser nicht herum. Zu schmerzlich wären vielleicht die Erinnerungen. Und was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schulgefühle, nicht mehr schließen ließe?

In meinem nächsten Fallbeispiel werden wir uns tiefer mit einem speziellen Phänomen der Schuld auseinander setzen.
Lilie ( Name geändert ) eine etwa 20 Jährige mit sonnigem, herzlichem Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung und setzte sich auf den mir gegenüber stehenden Stuhl.

Zuerst plauderten wir etwas miteinander. Lilie war etwas aufgeregt und durch das zunächst zwanglose Gespräch gab ich ihr die Gelegenheit, sich zu beruhigen und ihre Energie im ganzen Raum zu verteilen. Während ihrer Erzählungen in der ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, viel mir sogleich auf, dass sie trotz ihres sonnigen Gemütes, etwas dunkles, trauriges auf ihren Schultern trug. Nachdem wir uns etwas besser kennen gelernt hatten, lenkte ich nun das Gespräch in Richtung des Grundes für ihren Besuch.

„Wobei kann ich dir behilflich sein, Lilie?“ fragte ich sie also.

Ihr Blick wurde zunächst etwas unsicher und es schien, als würde sie nach den richtigen Worten suchen müssen.

Lilie berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren einen schweren Autounfall hatte. Bei diesem Unfall war jemand ums Leben gekommen. Folgendes hatte sich zugetragen:

Ihr Freund hatte ein Motorrad und dieses musste in eine Werkstatt zur Inspektion. Lilie wollte ihren Freund von dort aus dann wieder mit ihrem Wagen mit nach Hause nehmen. Es war ein schöner Tag und beide waren guter Dinge und so fuhr Lilie ihrem Freund mit guter Laune und gebührendem Abstand hinterher.

Sie fuhren schon ein Weile, als Lilie eine Gestalt an der Straße bemerkte. Ihr Freund fuhr grade an dieser Person vorbei und als Lilie sie erreichte, sprang diese urplötzlich und ohne erkennbaren Grund vor ihr Auto. Lilie hatte nicht die geringste Chance zu bremsen. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte. Mit Mühe versuchte sie das schleudernde Auto unter Kontrolle zu bekommen und endlich gelang es ihr den Wagen zum Stillstand zu bringen.

Unter Schock öffnete sie die Fahrertür und lief zu der, am Wegesrad, leblos liegenden Gestalt. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte. In der zwischen Zeit war auch ihr Freund eingetroffen, der den Unfall in seinen Rückspiegeln gesehen hatte und sofort umgekehrt war. Sie alarmierten einen Rettungswagen, aber die Frau war bereits vor dem eintreffen der Rettungskräfte verstorben.

Lilie machte eine kurze Pause und atmete tief durch bevor sie weiter erzählen konnte.

„Wir erfuhren später, dass diese Frau, die ich überfahren hatte, psychische Probleme hatte. Man hatte einen Abschiedsbrief gefunden.
Allen war klar, das ich keine Schuld an diesen schrecklichen Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen sprach mich von jeder Schuld frei. Niemand machte mir einen Vorwurf. Im Gegenteil. Man zeigte mir Mitgefühl und Verständnis. Auch mir ist eigentlich klar, dass ich nichts hätte tun können. Ich denke sogar, dass es gut war, dass sie vor mein Auto gesprungen war. Wäre sie vor das Motorrad meine Freundes gesprungen, wäre er vermutlich auch ums Leben gekommen. So war es doch besser für uns. Auch wenn ich jetzt mit diesen Schuldgefühlen Leben muss.“

An diesen Punkt endete Lilie mit ihrer Erzählung.

Mir war klar, dass, egal was ich Lilie sagen würde, sich dadurch nichts an ihren Schuldgefühlen ändern würde.

Hier gab es nur eine Möglichkeit, damit Lilie ihren Frieden zurück bekommen konnte. Sie musste persönlich mit der Verstorbenen sprechen. Also machte ich mich an die Arbeit und bat Lilie ihre Augen zu schließen damit sie sich entspannen konnte. Anschließend stellte ich mich hinter sie und lies meine Energie in sie hineinfließen. Nach wenigen Augenblicken nahm ihr Unterbewusstsein bereits an Fahrt auf und nur einige Sekunden später, erlebte sie den Unfall dann zum zweiten mal wieder. Aber diesmal in ihrem Geiste.

Ich sagte grade: „Der Unfall ist grade passiert und was siehst du jetzt?“ Lilie schwankte leicht mit ihrem Körper hin und her und mit etwas belegter Stimme antwortete sie: „Ich steige aus dem Auto und sehe die leblose Gestalt ein paar Meter von mir weg liegen. Ich laufe voller entsetzen zu ihr hinüber.“ Lilie zitterte und ich spürte, dass sich ihr Schock langsam zu lösen begann. Ein paar Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Dann berichtete sie weiter: „ Aber jetzt passiert etwas seltsames. Die Frau liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern steht vor mir und lächelt mich an!“

Jetzt gab es kein halten mehr und Lilie sank weinend zu Boden. Der Schock, der sie seit dem Unfall nicht losgelassen hatte und für sie zum Trauma geworden war, brach endlich aus ihr heraus. Ich lies all das geschehen und unterstütze sie nur mit meiner bedingungslosen Liebe und hin und wieder mal mit einem tröstendem, leisem: „Ich weiss…“

Nach einigen Minuten beruhigte sich Lilie langsam und ich wusste, dass die erste Welle vorüber war. Nun fragte ich sie, ob die Frau immer noch vor ihr stehen würde. Lilie antworte, dass sie immer noch da war und sie anlächelte. „Wie fühlst du dich, wenn du sie so siehst?“ fragte ich. „Es ist sehr schön sie so zu sehen. Ihr Körper ist überhaupt nicht verletzt und irgendwie strahlt sie!“ Würdest du ihr gerne etwas sagen?“ fragte ich dann.

„Ja!“ antworte Lilie prompt. „Ich möchte ihr sagen wie unendlich leid mir alles tut!“
„Dann tu das.“ ermunterte ich sie. Lilie liefen erneut Tränen über das Gesicht aber diesmal weniger heftig als beim ersten Mal. Dann richte sie ihr Wort an die Verstorbene und erzählte ihr, wie furchtbar alles für sie gewesen war, und das sie sich so schuldig deswegen fühlte. Als sie fertig war, fragte ich sie, wie die Verstorbene darauf reagiert hätte.

„ Es passiert nichts weiter, außer das sie mich weiterhin liebevoll betrachtet.“
„Frag sie mal was du tun kannst, damit es dir besser geht.“ Lilie tat wie ihr geheißen. Dann huschte ein lächeln über ihr Gesicht und sie flüsterte: “Sie hat meine Hände genommen. Ich höre ihre Stimme. Ihre Lippen bleiben geschlossen aber ich fühle ihre Stimme förmlich in mir.“ „Was teilt sie dir mit?“ fragte ich mit einer leichten Gänsehaut. „Sie bittet mich um Verzeihung…“, kam es schluchzend von Lilie, „und dass es nicht meine Schuld war. Sie war so krank und unglücklich. Sie wusste nicht mehr was sie tat. Sie wollte nicht, dass jemand anderes mit hineingezogen wird. Vor allem nicht so jemand besonderem, wie ich es bin.“

Wieder liefen einige Tränen, aber diesmal waren es Tränen der Liebe. Ich spürte wie Lilie ihre Kräfte zurück bekam. Ich lies die beiden noch eine Zeit lang miteinander reden, bis ich spürte, dass die Verstorbene nun gehen musste. Ich bat Lilie sich nun von der Verstorbenen zu verabschieden und Lilie sah mit ihrem geistigen Auge, wie sie in ein helles, leuchtendes Licht gezogen wurde und verschwand. Auch ich spürte, wie die Präsenz unseres Besuchers weniger wurde, bis ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte. Wir beendeten die Heilsitzung und Lilie und ich setzten uns wieder. Sie strahlte über das ganze Gesicht und wirkte gelöst und frei.

„Wie geht es dir jetzt?“ fragte ich sie. „Ich fühle einen unglaublichen Frieden in mir!“ antwortete sie überglücklich. „Was war das gerade, Marco? War das wirklich ihr Geist? War sie wirklich hier?“

„Nun,“ antworte ich, „ es gibt sicher Leute die behaupten würden, dass es sich einfach um eine Projektion deines Unterbewussten gehandelt hat. Was auch verständlich ist, denn sie waren nicht dabei. Nur wer so eine Erfahrung am eigenem Leib erfahren hat, weiß dass das, was gerade hier passiert ist, wirklich real war.“
„Ich habe alles so klar, wahrgenommen, Marco. Das war wirklich wundervoll! Danke! Ich glaube es ist wirklich vorbei.“

„Ruf mich an, falls es doch noch, im nach hinein Probleme geben sollte.“ Dann plauderten Lilie und ich noch eine Weile miteinander, bis sie sich auf dem Heimweg machte. Lilie hatte nicht nur für sich Frieden und Heilung gefunden. Dadurch, dass sie den Kontakt zu der Selbstmörderin suchte und ihr über die Heilsitzung, ihren Schmerz mitteilten konnte, bekam auch die Verstorbene die Gelegenheit ihren Fehler zu korrigieren und Lilie ebenfalls um Verzeihung zu bitten. Beide konnten nun ihr jeweiliges Leben auf der jeweiligen Seite des Daseins ungetrübt fortsetzen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zwei wunderbare Heilungen. Und ich dachte bei mir: ‚Das war doch eine wundervolle Erfahrung.’

Ein Anruf kam übrigens nie.

Copyright by Marco Hennings

Geistheiler & Reiki Lehrer in Hamburg

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