Das falsche Reiki „Rücknahme“ Ritual

Manchmal kommt es nach einer Einweihung vor, dass danach Gefühle hochkommen, die in dieser Intensität nicht erwartet worden sind. Warum das so ist, kann man hier nach lesen:

https://mhhealing.wordpress.com/2010/12/10/wenn-reiki-zur-qual-wird/

Einige davon betroffene Reiki Schüler wünschen sich dann, anstatt das sie sich mit ihrer wirklichen Problematik auseinandersetzen, dass man bei ihnen die Einweihungen wieder rückgängig macht.

Woher solche Probleme kommen steht ja schon in dem Artikel, deshalb gehe ich jetzt hier nicht nochmal darauf ein.

Interessant finde ich aber, dass es mittlerweile immer mehr Reiki-Lehrer gibt, die sich darauf spezialisiert haben Reiki Einweihungen wieder unwirksam zu machen.

Ich muss aber leider darauf hinweisen, dass es solch eine Praktik nicht gibt und diese Idee der „Zurücknahme“- oder auch „Löschung“ genannt, einer Reiki Einweihung, eine reine Erfindung ist.

Anfang der neunziger Jahre, hatten zwei befreundete Reiki-Lehrer bei einer Schülerin durch die Reiki-Einweihung ein altes Kindheitstrauma geweckt. Wie vielen Reiki-Lehrern auch heutzutage immer noch nicht bewusst ist, dass so etwas durch eine Reiki- Einweihung passieren kann.

Die Schülerin klagte über Ängste und Depressionen nach der Einweihung und war mit diesen Gefühlen völlig überfordert. Sie gab den Reiki-Lehrern die Schuld an ihrem Dilemma und bat diese die Einweihung irgendwie rückgängig zu machen. Sie hatte zwar auch schon vorher solche Gefühle aber nie in solch einer Intensität.

Auch die beiden Reiki-Lehrer waren mit dieser Situation überfordert und sie wussten nicht so recht was sie nun tun sollten, da sie wussten, dass man Reiki nicht zurücknehmen konnte. Sie fürchteten ziemlichen Ärger zu bekommen. Aus dieser Not entstand die Idee, eine Reiki -Entweihungszeremonie zu erfinden. Eine Art Löschung der Einweihung aus der Aura. Die beiden hofften auf die Macht des Placebo Effektes. Man sagte der Schülerin also, dass man die Einweihung durch ein bestimmtes Ritual Rückgängig machen könnte.

Die beiden dachten sich eine Zeremonie dafür aus und wendeten diese bei ihrer Schülerin an. Es funktionierte tatsächlich und die Angstgefühle gingen wieder auf ein ertragbares Maß zurück. Das Unterbewusste dieser Dame nahm das inszenierte Rücknahme Ritual dankend an.

Seit dieser fragwürdigen Geschichte gibt es dieses „falsche“ Rücknahme Ritual und wird seit dem immer weiter verbreitet.

Nicht alle Reiki-Lehrer machen da mit oder wissen überhaupt davon, dass es so was gibt.

Solltest du selbst in der Situation sein, dass du seit deiner Reiki-Einweihung Probleme hast, sei versichert, dass das nichts mit Dämonen oder ähnlichen zu tun hat. Die Dämonen „Variante“ ist eine Erfindung von einigen bestimmten Christen Gruppierungen, die gezielt, aus Unsicherheit und Unwissenheit, in diese Richtung Ängste schüren, um dich wieder auf den rechten Weg zu Gott zu bringen. Das ist aber totaler Blödsinn und hat nichts mit den wahren Ursachen zu tun. Warum es zu solchen Problemen kommen kann, steht ja schon in dem Artikel-Link ( Wenn Reiki zur Qual wird ) den ich weiter oben gepostet habe, deshalb gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Falls du irgendwelche Probleme nach deiner Einweihung hast, dann wende dich an deinen Lehrer und frag ihn was zu tun ist. Wenn er keine Antwort darauf weiß, dann bitte ihn, einen Lehrer zu finden, der sich mit dieser Problematik auskennt und der dir helfen kann. Es liegt in der Verantwortung deines Lehrers dir zu helfen und dich bei Problemen, während oder nach der Einweihung so gut wie Möglich zu unterstützen.

Ein Rücknahme Ritual halte ich für völlig falsch, denn es verdrängt die Problematik nur für eine gewisse Zeit. Irgendwann gibt es wieder einen Auslöser und man ist wieder mit dem selben Problemen konfrontiert. Und meist ist es dann noch stärker. Probleme zu Unterdrücken hat noch nie wirklich funktioniert.

Besser ist es, wenn du dich mit dem Trauma auseinander setzt und nach Wegen suchst es zu heilen und aufzulösen. Nichts anders will dir die Reiki-Kraft damit sagen.

Wenn jemand aus irgendwelchen Gründen, nicht mehr mit Reiki arbeiten möchte, dann kann er sich selbst sagen, dass er von heute an kein Reiki mehr fließen lassen möchte. Und es wird sofort Aufhören. Das ist ganz einfach und braucht keinen komplizierten „Entweihungsritus“.
Will er eines Tages aber doch wieder damit Arbeiten ist das auch kein Problem. Ist der Wunsch ausgesprochen, dann fließt die Energie sofort wieder.

Niemand kann dir Reiki nach einer Einweihung wieder wegnehmen. Es ist deines und wird immer dein bleiben.

Copyright Marco Hennings

Wenn Reiki zur Qual wird

Immer wieder hört man davon, dass Menschen die ihren ersten Reiki- Grad absolviert haben und kurz darauf in eine seelische Krise geraten sind.

Wenn man das Internet durchsucht, finden man einige, meist religiöse, Anti- Reiki Seiten, auf denen sich diese Reiki- Traumatisierten zusammenfinden

Dort berichten sie ausführlich über ihre negativen Erfahrungen mit der Reiki- Kraft und darüber, wie schlecht es ihnen seit der Einweihung er gegangen ist. Erst als sie sich dem religiösen Glauben zuwendeten und dem „teuflischen“ Reiki entsagten, kamen sie wieder zur Ruhe.

Für einige religiöse Vertreter, die aus Unwissenheit über Reiki behaupten, dass es sich dabei um eine Art schwarze Hexenkunst handelt, ein gefundenes Fressen. Mit erhobenen moralischen Zeigefinger, werden die einst verlorenen Schafe darüber aufklärt, dass einzig und allein „Gottlosigkeit“ zu ihrem Dilemma geführt hatte.

Siehe zum Beispiel:
http://www.achtung-lichtarbeit.de

Völliger Nonsens, denn solche Probleme sind rein irdischer Natur und entspringen nicht dem wirken von Dämonen oder gar des Teufels.

Mir geht es hier nicht darum, die Kirche an den Pranger zu stellen. Denn Reiki und Religion passen sehr wohl zusammen, und könnten durchaus voneinander profitieren. Zuerst einmal müssten aber die vielen Vorurteile, Halbwahrheiten und Ängste überwunden werden, die über Reiki in religiösen Kreisen anscheinend grassieren. Ein ganz großer Irrglaube zum Beispiel ist, dass Reiki die Menschen von Gott entfernt. Mir sind viele Fälle bekannt in denen Menschen durch Reiki sogar wieder zurück zu ihrem Glauben gefunden haben.

Als ich z.B. in einem Jugendgefängnis Reiki zur Gewaltprävention unterrichtet habe, berichtete mir einer der jugendlichen mit türkischer Abstammung und moslemischen Glaubens, dass er nach dem Reiki- Seminar zwar nicht mehr das Bedürfnis verspürte mit Reiki arbeiten zu wollen, aber stattdessen würde er wieder täglich beten und dadurch viel Kraft schöpfen.

Ich könnte noch viele Beispiele ähnlicher Natur anführen. Fakt ist, dass viele Menschen, die Reiki für sich entdeckt haben, auch oft einen tieferen Zugang zu ihrem persönlichen Glauben oder ihrer Spiritualität entwickeln.

Was sind dann aber die Ursachen für solche seelischen Krisen nach einer Einstimmung in die Reiki Energie?

Nun, das ist nichts ungewöhnliches. Bei der energetischen Anhebung der Chakren- Schwingungen durch eine Reiki- Einstimmung, können alte Wunden verdrängter Traumata an die Oberfläche des Bewusstseins kommen. Das ist soweit noch kein Problem, wenn dies in einem sicheren und geschützten Rahmen, unter der Aufsicht eines erfahrenen Reiki- Lehrers geschieht. Reiki setzt bewusst wie unbewusst viel in Bewegung. Diese „Bewegung“, dient allein der Heilung und Entwicklung des Menschen und ist somit eine natürliche und wundervolle Sache.

Problematisch kann es erst werden, wenn man nach einer Reiki- Einweihung mit einer seelischen Krise konfrontiert wird, und keinen erfahrenen Lehrer oder eine andere geschulte Person, an seiner Seite hat.

Vor ein paar Tagen wurde mir folgende Geschichte zugetragen: Eine junge Frau machte ihren Reiki- Meister Grad bei einer Dame die wissentlich ihre gesamte Reiki- Ausbildung über das Internet, per Ferneinweihungen, erhalten hatte. Die junge Frau hatten noch keinen einzigen Reiki Grad und dieser Reiki- Anwärterin wurde von der „Internet Meisterin“ geraten, alle drei Grade hintereinander zu machen.

Was bedeutet: 1.,2. und 3. Reiki- Grad an ein und demselben Tag. Kurze Zeit später stürzte die frisch gebackene Meisterin in ein tiefes seelisches Loch. Sie bat ihre Reiki- Lehrerin um Hilfe. Daraufhin bekam sie eine interessante Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist jetzt eine Reiki- Meisterin…“

Jedem verantwortungsbewussten Reiki- Lehrer sträuben sich bei dieser Geschichte die Haare. Solch eine Vorgehensweise ist absolut fahrlässig. Die einzelnen Reiki- Grade werden über einen längeren Zeitraum vergeben. Das menschliche Chakrensystem muss Schritt für Schritt an die neue Energie angepasst werden. Es hat also schon seinen Sinn, warum die Reiki- Ausbildung in verschiedene Grade aufgeteilt wurde.

Ausserdem würde ein verantwortungsbewusster Lehrer seine Reiki- Schüler über die Möglichkeit einer eventuellen, emotionalen Überforderung aufklären. Damit ist gemeint, dass Gefühle auftreten können, die den Reiki- Neuling in seiner Heftigkeit überraschen können. Auch noch lange nach der Einweihung. Falls es zu Problemen kommen sollte, steht er seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Sollte der Lehrer selbst nicht helfen können, weil ihm die Situation zum Beispiel überfordert oder ihm die nötige Ausbildung dazu fehlt, sollte er ein Netzwerk von Psychologen, Heilpraktikern, Seelsorgern oder Schulmedizinern geschaffen haben, an die er seine Schüler in einem Notfall vermitteln kann.

Nun das klingt jetzt grade so, als würde jeder neue Reiki- Anwärter direkt nach der Einweihung in eine seelische Krise stürzen. Das ist natürlich nicht der Fall. So etwas geschieht in der Regel nur bei Leuten mit einer gewissen Vorbelastung. Bei der richtigen Betreuung durch den Reiki- Lehrer ist solch eine Krise dann aber auch kein Problem. Sie kann dann schnell erkannt, gemeistert und überwunden werden. Reiki zu erlernen ist und bleibt dann eine sichere Sache und eine wundervolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.

Erst wenn Reiki- Lehrer aus Unwissenheit über diese Thematik, nicht über mögliche Risiken aufklären und ihren Schülern keinen support nach dem Seminar anbieten, kommen wir in den Schlamassel, dass die Reiki- Einweihung, als Auslöser für die seelische Krise als etwas „böses“ und negatives betrachtet wird.

Es liegt also an uns Lehrern, dass wir uns dieser Verantwortung bewusst werden und darüber Aufklärung betreiben, um unseren Schülern schlechte Erfahrungen zu ersparen und um Missverständnisse und falsche Interpretationen solcher persönlichen Krisen in Zukunft zu vermeiden.

Copyright by
Marco Hennings

Reiki lernen? Reiki Ausbildung in Hamburg