Verlorene Weiblichkeit

Es ist schon erstaunlich, wie viele verschiedene Gesichter des menschlichen Leids einem Heiler in seiner Praxis, im laufe der Jahre begegnen können. Der nächste Fall handelt um Tina (Name geändert). Tina war 35 Jahre alt und suchte mich auf, weil sie große Probleme mit den Selbstwertgefühlen hatte.

Sie erzählte mir, dass  sie seit zehn Jahren mit demselben Partner eine Beziehung führen würde, aber sie mit diesem Mann nie sexuell aktiv geworden war. Sie würde mit diesen Mann auch nicht zusammen wohnen aber er hätte seine Wohnung auf derselben Etage, direkt neben ihrer Wohnung.

Sie wohnten also nebeneinander, verbrachten Zeit miteinander aber schliefen nie zusammen im selben Bett. Auch Zärtlichkeiten, wie Umarmungen, fielen ihr schwer.  Das geben, sowie das bekommen.

Ihren Mann würde es nicht stören, allerdings hätte Tina es eigentlich gerne anders. Da nagte aber etwas Unbekanntes an ihrem körperlichen Selbstwertgefühl. Welches sie sich selbst aber nicht erklären konnte. Auch mit ihren vorigen Partnern gab es auf dieser Ebene oft Schwierigkeiten.

Ich befragte Tina weiter und im Laufe dieses Gespräches erzählte sie mir dann, dass sie bereits drei Schönheit-OPS an ihren Brüsten vornehmen lies um dieses körperliche „Unwohlsein“ zu lösen.

Unwillkürlich schaute ich auf ihren Brustbereich denn meistens, wenn Frauen eine Schönheitsoperation im Brustbereich vornehmen lassen, werden die Brüste vergrößert. In Tinas Fall konnte ich nichts von einer vergrößerten Oberweite erkennen. Das Gegenteil war der Fall.  

Tina bemerkte dass ich verwirrt war. Sie lachte und sagte: „Nein! Ich habe meine Brüste verkleinern lassen!“

Ich fragte erstaunt nach. „Ganze dreimal?!“

„Ja“, antwortete sie. „Ich dachte halt  nach jeder der OPs, sie könnten doch gerne noch etwas kleiner sein…“

„Gab es denn irgendeinen gesundheitlichen Grund dafür?“ hakte ich nach.

„Nein“, antworte Tina. „Nur psychisch, irgendwie…“

Da ich im weiteren Gesprächsverlauf mit Tina keine weiteren, brauchbaren Hinweise zur Ursache der Problematik bekam, entschloss ich mich mit der Heilarbeit zu beginnen um ihr Unterbewusstsein nun direkt zu befragen.

Ich begann mit meiner üblichen Vorgehensweise um Tina in einen entspannten Bewusstseinszustand zu versetzen. Dazu arbeite ich mit meiner Stimme in Kombination von Heilenergien. Nachdem einige Minuten verstrichen waren befand sich Tina im Alpha Zustand und erste mentale Bilder erschienen in ihrem Geiste. Dann verspürte sie etwas Angst. Als ich sie fragte warum sie diese Angst empfinden würde,  konnte sie mir darauf zunächst keine präzise Antwort geben.

Daraufhin sagte ich ihrem Unterbewusstsein, es solle nun an den Punkt in der Vergangenheit zurückkehren, an denen Tina dieses Angstgefühl zum allerersten Mal empfunden hatte.

Wieder verstrich etwas Zeit, doch dann sah sich Tina in ihrem Geiste als dreizehn  oder vierzehn jähriges Mädchen. Ich fragte sie, wo genau sie sich grade befindet.

Tina atmete schneller und ihre geschlossenen Augenlider flackerten. Ihr Gesicht nahm eine rötliche Farbe an und ein leichter Schweißfilm bildete sich auf ihrer Stirn.

Sie befand sich in ihrem Zimmer, lief hin und her. Verzweifelt, voller Angst und Panik Gefühlen.

„Ich habe solche Angst. So furchtbare Angst…!“ sagte Tina, und ihr liefen einige Tränen über die Wangen.

„Was ist denn grade vorher passiert?“ fragte ich liebevoll nach.

Sie hatte grade ihre allererste Blutung bekommen. Und sie dachte, dass sie jetzt sterben würde. Ihre Mutter hatte sie nicht darüber aufgeklärt und somit wusste die arme kleine Tina nichts darüber, dass sie ab einem bestimmten Alter ihren natürlichen Regelblutungen bekommen würde.

Nach einer Weile beruhigte sie sich etwas von dem Schock. Und sie glaubte fest daran, dass sie wohl krank sei. Aber was sollte sie jetzt tun? Sie wusste keine Antwort darauf.  Sie traute sich nicht jemanden davon zu erzählen, vor allem nicht ihren Eltern. So sehr war sie von dem Vorfall beschämt. Niemanden konnte sie sich anvertrauen. Für ihre Eltern war Sexualität ein Tabu Thema über das man nicht sprach.  

Wie schrecklich muss das für die kleine Tina gewesen sein? Eine furchtbare Vorstellung für mich, dass ein Kind so leiden musste. Wo man die Angst mit einfachen Worten der Aufklärung und mit etwas Liebe ganz einfach hätte beseitigen können.

Die besudelte Unterwäsche versteckte Tina erst einmal unter ihrem Bett und als nach einer Woche der böse Spuk endlich aufhörte, war sie sehr erleichtert und glücklich. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Sie hoffte inständig, dass so etwas nie wieder passieren würde.

Einige Tage später spielte Tina mit anderen Jugendlichen auf dem Spielplatz um die Ecke. Als sie nachmittags nach Hause eilte, sah sie ihre Mutter bereits am offenen Fenster.

Ihre Mutter wirkte  sehr wütend auf sie und rief ihr zu, dass sie sofort nach oben kommen soll. Tina erfasste Panik, denn sie ahnte schon, dass Mama ihr schlimmes Geheimnis entdeckt hatte.

Als sie schließlich die Wohnung betrat,  brach der ganze Ärger über sie herein. Ihr Vater war auch da und beide Elternteile schrien zornig auf sie ein. Die kleine Tina wurde mit den allerschlimmsten Schimpfwörtern belegt, die ein Kind von den eigenen Eltern nie hören sollte. Tina wäre am liebsten vor Scham und Angst im Boden versunken und nie mehr aufgetaucht. Die Beschimpfungen der Eltern nahmen an diesem Tag gefühlt kein Ende für sie. Tina bekam für ihre „Tat“ Stubenarrest und die Eltern sprachen später nie wieder ein Wort über diese Sache.

Später überwand Tina ihre Scham und vertraute sich der Mutter einer Freundin an. Diese Mutter war immer sehr liebevoll. Sie erklärte Tina alles, was sie wissen musste und nahm ihr somit die Ängste und ihre Unwissenheit.

Tinas eigene Mutter hatte sich leider nie die Mühe gemacht ihre Tochter aufzuklären.  Wer weiß, welche Erlebnisse sie in ihrer Vergangenheit gehabt hatte, dass sie so eine schlechte Verbindung zu ihrer eigenen Weiblichkeit hatte?

Dieser Vorfall war einer der schlimmsten in Tinas Kindheit. Es steht aber auch als großes Beispiel für die schlechte Beziehung der Eltern zu Tina. Sie hatten ihre eigenen Schuld und Schamgefühle und ihre Unwissenheit auf die kleine Tina übertragen und ihr somit großes Leid zugefügt. Welches sich bis ins erwachsenen Alter gehalten hatte.

Aber die heute erwachsene Tina hatte durch dieses Erlebnis nicht nur Probleme mit den Selbstwertgefühlen. Was viel schlimmer war:  Sie hat ein Problem mit ihrer Weiblichkeit. Als sie immer mehr vom Kind zur Frau wurde und sie immer weiblicher wurde, versuchte sie diese Weiblichkeit zu verstecken.

Zusätzlich verstärkten sich ihre Probleme durch ein weiteres schock Erlebnis als sie siebzehn Jahre war. Sie wurde in einer Diskothek von einem jungen Mann sexuell belästigt. Auch hier fühlte sie sich der Situation hilflos ausgeliefert. Auf einer unterbewussten Ebene empfand Tina ihre eigene Weiblichkeit von da an als bedrohlich. Unterbewusst hatte Tina nun immer Angst vor ihrer eigenen Fraulichkeit und Sexualität.

Somit erklärt sich uns auch warum Tina drei Operationen an ihren Brüsten vornehmen ließ, und zwar um ihre Weiblichkeit zu verstecken, um nicht aufzufallen, bzw. nicht entdeckt zu werden. (So wie die Eltern, Tinas dunkles Geheimnis unter dem Bett entdeckt hatten) Denn die Weiblichkeit war jetzt nicht nur mit Angst verknüpft, sondern besonders auch mit Schuld Gefühlen aus der Vergangenheit. Sie war jetzt etwas Bedrohliches.

Es erklärt sich uns auch, warum sie zwar mit einem Mann zusammen lebt, aber nicht wirklich mit ihm zusammen lebt. Sie hat immer dieses Gefühl in ihrem Hinterkopf, dass es falsch ist eine Frau zu sein. Oder eine Frau sein zu dürfen.

Denn dann würde das dunkle Geheimnis an die Oberfläche kommen. Es würde entdeckt werden und die Scham und Schuld würde wieder da sein und alle Leute würden schlecht über Tina denken. All das sind unterbewusste Abläufe, die leider sehr viel Macht auf uns haben können. Soviel Macht, dass wir unter Umständen sogar bereit sind unnötige Schönheits- Operationen über uns ergehen zu lassen.

Als all das in der Heilsitzung von Tinas Unbewussten in ihr Bewusstsein aufstieg und Tina klar wurde,  was die wirkliche Ursache für ihr Problem war, löste Tina es selbst auf und heilte sich selbst. Ich half ihr am Ende der Sitzung  nur noch, dass sie wieder eine starke und glückliche Verbindung zu ihrem inneren Kind herstellte und diese für immer behalten würde.

Heute ist Tina eine selbstbewusste Frau die ihre eigene Weiblichkeit und Sexualität lebt und wertschätzt.

Ist das nicht wundervoll? 🙂

Geistiges Heilen und Reiki in Hamburg

Ein Gedanke zu “Verlorene Weiblichkeit

  1. „Verlorene Weiblichkeit“ betrifft auf der höheren, nichtmateriellen (spirituellen, seelischen) Ebene Frauen ebenso wie Männer und bedeutet dann „Verlorene Göttlichkeit“ – durch die zivilisationsgesellschaftlich-kollektive Neurose, die kollektive Traumafolgestörung / seelische Grund-Störung / relative Abtrennung (von) der Seele / „(Erb-)Sünde“ / usw.

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